Eisermann ("Kaspar Hauser", "Schlafes Bruder") ist in der gelungenen Inszenierung von Werner Sobotka, an der auch Choreograph Ramesh Nair keinen geringen Anteil hat, eine Idealbesetzung. Er singt ausgezeichnet (man setzt auf elektronische Verstärkung) und trifft auch sonst den richtigen Tonfall zwischen vulgär und charmant (...). Kurt Sobotka ist zum Niederknien. (...) Nach zweieinhalb Stunden viel Freude, Jubel und Applaus.
(APA)
Ruth Brauer-Kvam als fabelhaft singende (toll die kleine Band unter der Leitung von Christian Frank) und exzellent spielende Sally. (…) Ausgezeichnet auch Caroline Frank als promiskuitives Fräulein Kost.
(Kurier)
Als dieser Conferencier ist André Eisermann schriller, greller und angsterregender, als man ihn je erlebt hat, er ist wie ein Teufel, der den Zuschauer der Kammerspiele bei der Hand nimmt und geradewegs in die Hölle führt.
Das Wunder des Abends heißt allerdings Ruth Brauer-Kvam, die in der Figur der Sally wohl die Rolle ihres Lebens gefunden hat. Dass ein so zartes Geschöpf über eine solche "Röhre", eine so große, stilsichere, best geführte Stimme verfügt, ist schon sensationell, aber wie sie Sallys hektische Glückssuche und fatalen Untergangswillen spielt, das muss jeden fühlenden Zuschauer tief berühren. Sie hat in dem sympathischen Martin Hemmer als Schriftsteller Cliff einen Partner, der sich nie in den Vordergrund spielt und doch immer da ist. Der heikelste Teil der Handlung dreht sich um Fräulein Schneider und Herrn Schultz, das alte Paar, das sich in später Zuneigung finden möchte. Kurt Sobotka ist in seiner zarten Galanterie rührend, aber wie Lotte Ledl die Frau spielt, die aus Angst vor den Nazis auf die Ehe mit dem Juden verzichtet, das sagt viel über Alltagsmenschen aus, die nicht mutig und nicht heroisch waren, sondern nur in Zeiten, wo sich die politische Fahne ununterbrochen drehte und wendete, immer bloß überleben wollten. Eine große Leistung. Aber auch Caroline Frank als die vollmundige Berliner Nutte und Ferdinand Stahl als der Nazi, der eigentlich ganz "normal" wirkt, bis er die Maske fallen lässt, sind echte Figuren, die leben und nicht Musical tanzen.
(Merker)
Amra Bergman-Buchbinder barg "Cabaret" in einer bizarr-intimen Kelleroptik. Die mit den übertechnisierten Musicalhallen leicht konkurrieren kann. (…) Brauer stützt ihre geschmeidige Figur mit fester Stimme und dem Charme ihres oft weltverlorenen Gesichts. Ein Schritt weiter zum veritablen Star. (…) Szenenapplaus nach jedem Lied, Lobeslärm am Ende für alle.
(Wiener Zeitung)
In flottem Tempo herrscht (…) von der ersten Musiknummer an eine mitreißende Stimmung, die das fantastische Ensemble über gute zweieinhalb Stunden aufrecht hält.
(Standard)
Ruth Bauer- Kvam (Sally Bowles) und André Eisermann sind fabelhaft. Sie singt und agiert großartig, naiv ängstlich mit beklemmenden Witz. Eisermann zeigt einen lasziven, dämonischen Conférencier.
(News)
Das Stück, dessen politische Haltung von zeitlosem Interesse ist, mit ein paar brillanten Musiknummern (…) hat auch in den Kammerspielen aufs Neue begeistert. Werner Sobotka führt glänzend Regie, das gelungene Bühnenbild von Amra Bergman-Buchbinder postiert die Musiker ganz oben auf einem hohen Kasten. (…) Der Inder Ramesh Nair ist für die beeindruckende Choreografie verantwortlich. (…) Das Publikum was betroffen und applaudierte berührt.
(Kronen Zeitung)
Ruth Brauer-Kvam begeistert mit gloriosem Gesang und einer ungemein feinfühligen Rollengestaltung.
(Österreich)
"Cabaret" schadensfrei auf die kleine Bühne der Wiener Kammerspiele inklusive eines verkleinerten Orchesters zu bringen, ist schon eine besondere Leistung an sich, aber was Bearbeiter und Regisseur Werner Sobotka da geleistet hat, kann man rundweg als recht feine Arbeit bezeichnen. (…) Alles in allem (…) eine gelungene Aufführung auch für Theatergänger, die nicht unbedingt zu den Hardcore-Fans des Musicalgenres zählen. Lauter Applaus und Jubel des Premierenpublikums.
(OÖ Nachrichten)