Auf einem heruntergekommenen Platz in Venedig werden heftig Ehen, Liebschaften und Vermögenstransfers angebahnt. Von Carlo Goldoni geschaffen, von Peter Turrini vor fast 30 Jahren bearbeitet, von Herbert Föttinger in der Josefstadt auf die Bühne gebracht: In dieser Kombination kann bei "Campielo" kaum etwas arg schiefgehen. Föttinger findet vor einer Baustellenkulisse schöne Bilder für die Karnevalsburleske im Schnee. Mit Andrea Händler und Sigrid Hauser gelingt auch eine überzeugende Besetzung für die Matronen Pasqua und Catte. Die beiden verkuppeln ihre Töchter, hoffend, dass damit der Heiratsmarkt für sie selbst wieder frei wird. Beinahe rührend: Am Ende erkennen sie, dass ihre Zeit vorbei ist. Harmlos, aber lustig.
(Falter)
Föttinger hat das Bühnenplätzchen mit einer illustren Runde bevölkert. Neben den Gästen Hauser und Händler spielen etwa die fabelhafte Daniela Golpashin und (wunderbar scheinbar prüde) Therese Lohner.
(Kurier)
Grujčić und Bernardin erfüllen wunderbar das Klischee junger Italiener: Sie schwirren mir der Vespa über die Piazza und schwärmen vom Theaterleben.
Wie in den Beiseite-Szenen der Commedia dell'arte treten auch die Turrini'schen Figuren an die Rampe und entäußern ihr Intimstes: Aufgewiegelt von der Idee einer besseren Zukunft liefert Sigrid Hauser eine Opernparodie, Daniela Golpashin wird zur enthemmten Lulu, die verführerisch ins Stehmikro haucht, und Therese Lohner mimt den Tod der Julia.
(Furche)
Diese Übertragung ist flott und poetisch, die Inszenierung charmant und gar nicht besonders ordinär, wenn man den Inhalt bedenkt, der sich fast nur um das eine dreht. Sie bietet Glanzpunkte wie aus jenen TV-Sendungen, die den Superstar suchen, denn einige Schauspielerinnen dürfen sich richtig produzieren.
(Presse)
Peter Turrinis Goldoni-Bearbeitung Campiello ist eine sympathische Liebeserklärung an nicht mehr ganz junge Frauen.
(Österreich)
Die drei Witwen Orsola (gefällt: Gundula Rapsch), Pasqua (überzeugendes schauspielerisch-vielschichtiges Talent: Andrea Händler) und Catte (Mut zu verlebtem Aussehen und schrill als Verdis Violetta: Sigrid Hauser).
(Kronen Zeitung)