Das Theater in der Josefstadt in Co-Produktion mit BB Group GmbH in Zusammenarbeit mit outside eye gmbh präsentiert
Buch von Terrence McNally
Musik von Marc Shaiman
Liedtexte von Scott Wittman, Marc Shaiman
auf Basis des gleichnamigen Films von DreamWorks
Deutsch von Werner Sobotka
"Ich war ein Schwindler und Schauspieler mit erstaunlichen Fähigkeiten. Manchmal war ich von meinem Auftreten und meinen Tricks selbst überrascht."
(Frank W. Abagnale)
Das Musical "Catch Me If You Can" (2011, Uraufführung am Broadway) basiert – wie der gleichnamige Kinofilm von Steven Spielberg aus dem Jahre 2002 – auf einer wahren Begebenheit: Die Handlung dreht sich um die abenteuerliche Erfolgsstory des 16jährigen Scheckfälschers und Hochstaplers Frank W. Abagnale, der sich in den 60ern mittels
Scheinidentitäten erfolgreich durchs Leben schwindelte, bis ihn das FBI schließlich schnappt.
"Guten Morgen, Captain", sagte das Fräulein an der Kasse freundlich. Die Abzeichen an meiner Uniform wiesen mich als Ersten Offizier und Kopiloten aus. Ich unterschrieb die Hotelrechnung. "Guten Flug, und kommen Sie uns bald wieder besuchen." Am Flughafen ging ich beim Ticketschalter vorbei und zeigte dem zuständigen Angestellten meine
Lizenz der Luftfahrtbehörde. "Okay, Erster Offizier Frank Williams, Freiflug nach Rom. Ist notiert. Bitte füllen Sie das aus." Er reichte mir ein Formular und ich trug die erforderlichen Daten ein.
Eine attraktive blonde Stewardess begrüßte mich an Bord. "Sie haben zwei anderen Jungs den Klappsitz wegschnappen können." Mit eingezogenem Kopf betrat ich das Cockpit. "Hi, Frank Williams, Pan Am. Lassen Sie sich nicht von mir stören", sagte ich. Der Pilot streckte seine Hand aus. "Gary Giles. Schön, Sie bei uns begrüßen zu dürfen." Nach zwanzig Minuten befanden wir uns in der Luft. Giles überprüfte seine Instrumente, meldete sich beim Tower ab und schälte sich dann aus seinem Sitz. Er taxierte mich scheinbar beiläufig, aber doch gründlich und deutete dann auf seinen Stuhl. "Warum fliegen Sie den Vogel nicht eine Weile, Frank?", fragte er. "Ich gehe nach hinten und mische mich unter die zahlenden Passagiere." Ich schlüpfte auf den Platz des Kapitäns.
Mir war deutlich bewusst, dass nun 140 Menschenleben in meiner Hand lagen. Ich schaltete den riesigen Jet sofort auf Autopilot und hoffte verzweifelt, dass das Ding funktionieren würde, denn ich brachte nicht einmal einen Drachen zum Fliegen. Ich arbeitete nicht für die Pan Am, und ich war auch kein Pilot. Ich war ein Betrüger, einer der meist gesuchten Kriminellen auf vier Kontinenten, und in diesem Augenblick tat ich, was ich am besten konnte – ich band einigen netten Menschen einen Riesenbären auf.
(Frank W. Abagnale, Catch Me If You Can)