Wie eine Parabel wirkt Anzengrubers spannungsgeladenes Stück, in dem er das vierte Gebot ("Du sollst Vater und Mutter ehren") in Frage stellt. Zitiert wird dieses Gebot vom Priester Eduard Schön, der damit die Geschehnisse vorantreibt und die Handlung ins Rollen bringt. Hedwig heiratet auf Wunsch ihrer Eltern den reichen Lebemann August Stolzenthaler, obwohl sie den Klavierlehrer Robert Frey liebt. Die Ehe steht unter keinem guten Stern, das gemeinsame Kind ist kränklich und dem Tod geweiht.
Am Beispiel der Drechslerfamilie Schalanter, die ihre beiden Kinder Martin und Josepha zu Stolz, Leichtsinn und Hochmut erzogen haben, zeigt Anzengruber, wohin die elterliche "Verziehung" führt. Martin wird zum Mörder, Josepha zur Prostituierten. Die einzelnen Handlungsstränge sind geschickt miteinander verzahnt und so wird in packender und gleichzeitig erschreckender Weise ein gesellschaftliches Panorama geschildert, in dem sich der Einfluss der Eltern in fataler Weise auf das Leben der Kinder auswirkt. Als psychologische Studie wurde das Stück auch von Sigmund Freud überaus geschätzt.