Eine biedermeierlich-beruhigte Welt bildet die fragwürdige Idylle, aus der Rustan ausbricht - zumindest in seinen Träumen. Die Handlung spielt sich größtenteils in einer Traumwelt ab: exotisch, aufregend und voller Abenteuer. Doch der psychedelische Trip des unsicheren, eigentlich depressiven Rustan mündet in eine tyrannische Herrschaft, die auf Lüge, Mord und Selbstüberschätzung aufgebaut ist. Als Rustans Machtphantasien kläglich scheitern, kehrt der Geläuterte dankbar in die zwar langweiligere, aber weitaus friedlichere Realität zurück.
1834 im Wiener Hofburgtheater uraufgeführt, gilt das Stück als epochales Drama, das die Seelenlage des modernen Individuums scharfsinnig diagnostiziert. Häufig wurde es mit Freuds Traumdeutung in Verbindung gebracht. Märchenmotive und Elemente aus dem Wiener Volkstheater verbinden sich hier mit barocken Traditionen, so ist etwa Calderóns Stück Das Leben ein Traum (1636) mehr als nur titelgebend eingeflossen.