In einem Vergnügungspark im Budapester Stadtwäldchen, außerhalb der Stadt und im Jenseits, 1909 und sechzehn Jahre später, spielt die Geschichte um den Hutschenschleuderer Liliom, der seine Chefin und Geliebte, die Frau Muskat verlässt, um mit Julie, die ein Kind von ihm erwartet, ein neues und anderes Leben zu führen. Liliom will endlich “ein Mensch werden”. Den Einstieg dazu soll ein Raubmord bieten, der wie bisher alles im Leben des Liliom misslingt. Um dem Gefängnis zu entgehen, ersticht sich Liliom und erwacht in einem himmlischen Bürozimmer, wo er zu sechzehn Jahren Fegefeuer verdonnert wird. Danach soll er für einen Tag auf die Erde zurückkehren, um seine Tochter zu sehen und um den Fortschritt seiner Läuterung unter Beweis stellen zu können...
Molnárs Vorstadtlegende, eine Mischung aus Volksstück und Märchen, wurde 1909 in Budapest uraufgeführt und 1913 in der Regie von Josef Jarno, dem damaligen Direktor, im Theater in der Josefstadt erstmals in deutscher Sprache gespielt.