Regisseur Werner Sobotka hält sich eng an die Vorlage aus den 50er Jahren und lässt das Publikum im ersten Drittel kaum Atem holen: Tanznummern wechseln sich mit Singnummern ab, Slapstick mit Wortwitzen, die Bühne zerfließt förmlich in so schnelle Szenenwechsel, dass man sich wie im Kino vorkommt. "Kein Einwand gegen die Leinwand" wird vom Studioboss (Thomas Weissengruber) als altes Hollywood-Gesetz zitiert, ein anderes Sprichwort lautet "the show must go on" - und entsprechend dem inszenatorischen Feuerwerk gibt es immer wieder lauten Szenenapplaus.
Zurecht werden die Stepptanzszenen von Don und Cosmo Brown (Gaines Hall und Ramesh Nair) oder Dons berühmter Tanz auf der regennassen Bühne gefeiert.
(APA)
Werner Sobotka inszeniert das Musical mit einem präzis agierenden Ensemble: rasant, schräg, charmant.
Regisseur Werner Sobotka übernahm in den Kammerspielen die Patina des legendären Films mit Gene Kelly, reicherte die Kreation aber mit rasanter Stand-up-Komödiantik und satirischer Überzeichnung an. Das flutscht nur so dahin, befeuert von den beliebten Melodien, von denen heutzutage allerdings nicht mehr der Titelsong am besten gefällt, sondern die unbeschreiblich lautmalerische Geschichte von Moses, der seine Zehen für Rosen hielt ("Moses supposes his toses are roses"). Gaines Hall spielt etwas manieriert den Beau Don Lockwood, der an der Bushaltestelle auf seine alsbald Angebetete trifft. Handwerklich perfekt wie alle anderen. Die interessanteste Figur ist die schrillste: Jennifer Kossina als Diva Lina Lamont zwitschert und singt ohrenbetäubend, zeigt aber auch die Hollywood-Beautys in ihrem Glanz, Elend – und die überwältigende Zickigkeit, mit der sie sich gegen ihr ständiges Zum-Objekt-der-Begierde-degradiert-Werden wehren. Das ist gleichermaßen herrlich wie klug, umso mehr als die Diva eine "Wurzenrolle" ist.
Ramesh Nair – er ist auch für die Choreografie verantwortlich – begeistert als verschmitzter Musiker Cosmo, Markus Simader als skurriler Sprechlehrer. Katharina Dorian gibt eine enflammierte Journalistin. Regisseur Sobotka brilliert in einem Werbestreifen für Tonfilm. Jan Frankl hat die hinreißend authentischen Schwarzweiß-Videos hergestellt. Amra Bergman-Buchbinder entwarf das wunderbar nostalgische Bühnenbild. Bewundernswert.
(Die Presse)
Mit "Singin' In The Rain" beweisen die Kammerspiele einmal mehr ihre große Kompetenz in Sachen Musical.
Fazit: Hier ist gute Laune garantiert.
Regie: Werner Sobotka hat alles richtig gemacht. Tempo und Timing stimmen; die Pointen sitzen perfekt. Toll die Choreografie von Ramesh Nair sowie Bühnenbild und Kostüme.
Gaines Hall, Nina Weiß, Jennifer Kossina und Ramesh Nair agieren hinreißend. Jubel.
Denn Sobotka hält sich zwar eng an den berühmten Film mit dem im Regen tanzenden Gene Kelly, macht aber erst gar nicht den Fehler, dieses Meisterwerk kopieren zu wollen. Im Gegenteil. Sobotka und sein Team haben eine kluge, mit Zitaten aus der Film- und Musical-Geschichte gespickte Fassung erstellt, setzen auf Tempo, Timing und (Irr-)Witz.
Und so erlebt man das Hollywood der 20er-Jahre, den Sieg des Tonfilms über seinen stummen Vorgänger, den Glanz und Glamour und die ewig streitenden Stars Don Lockwood und Lina Lamont. Eine zarte Liebesgeschichte samt Leinwand-Happy-End gibt es da auch. Amra Bergman-Buchbinder hat dafür ein grandioses Bühnenbild samt Showtreppe, diverser Tableaus und Regengüssen geschaffen, das schnelle Verwandlungen ermöglicht und perfekt zu Sobotkas Highspeed-Regie passt. Herrlich die 20er-Jahre-Kostüme (Elisabeth Gressel) und die tolle Choreografie von Ramesh Nair.
Gespielt, getanzt und gesungen wird exzellent. Gaines Hall ist ein virtuos steppender Don Lockwood, der in Nina Weiß (ausgezeichnet als Kathy Selden) eine ideale Partnerin findet. Als dem Tonfilm so gar nicht gewachsene, weil unsäglich piepsende Lina Lamont liefert Jennifer Kossina ein komödiantisches Gustostück ab. Selten hat Zicken-Alarm so viel Spaß gemacht. Und als Cosmo Brown ist der groß aufspielende Ramesh Nair eine Klasse für sich.
Fabelhaft auch das übrige, von Thomas Weissengruber angeführte Ensemble und die nur vier (!) Live-Musiker unter der Leitung von Christian Frank, die jedem MGM-Studio zur Ehre gereichen würden. Hingehen!
(Kurier)
Ansatzlos läuft die Inszenierung auf Vollgas. Die zahlreichen Szenenwechsel erfolgen effektiv und augenzwinkernd, eine Band sorgt unter der Leitung von Christian Frank für Dauerdruck. Das Ensemble fährt Szenenapplaus um Szenenapplaus ein. Das Highlight ist Don Lockwoods Besuch beim Sprachtrainer (Markus Simader, hochkomisch) mit einer mitreißenden Stepptanzeinlage von Hall und Nair. Für Musicalfreunde ein voller Erfolg.
(Der Standard)
Hervorragend. Sobotka setzte die Chose gag- und temporeich in Szene. Großer Premierenjubel.
(Oberösterreichische Nachrichten)