Der Gerichtspräsident und ehemalige SS-Offizier Rudolf Höller steht kurz vor dem Ruhestand. Nach dem Krieg hatte er jahrelang im Untergrund gelebt, versteckt von seinen beiden Schwestern Vera und Clara, doch dann stand seiner erfolgreichen Karriere nichts mehr im Wege. "Familie Höller" selbst begreift sich auch heute noch als Verschwörung gegen das Leben außerhalb der Mauern, als Bollwerk des Nationalsozialismus. Einzige Gegenstimme dabei ist Clara, die seit einem Luftangriff im Rollstuhl sitzt und täglich am Familienidyll rüttelt, das Vera mühsam versucht aufrecht zu erhalten.
Alljährlich hat Rudolf einen besonderen Dienst zu tun: am 7. Oktober feiert er im Kreise seiner Liebsten den Geburtstag seines ehemaligen Vorgesetzten Heinrich Himmler – ein Rechenschaftstag.
An diesem Tag lässt Thomas Bernhard seine "Komödie von deutscher Seele" spielen. In der Verschwörung der Geschwister wechseln Täter- und Opferrollen ständig, wie auch die Zeiten: bei Fürst Metternich werden die Erinnerung beschworen und die Zukunft begossen. Ein ununterbrochener Stellungskrieg in der Verdrängung und Demaskierung von Schuld und Verantwortung. Unter dem Brennglas des Familiengefüges seziert Thomas Bernhard dabei gnadenlos die Funktionsweise und perfide Logik des Nationalsozialismus.