MUTTER Daß ich den Schriftsteller eingeladen habe nach Katwijk du wolltest es du wolltest daß er mit uns nach Katwijk reist ich wollte es nicht wie kann ich es wollen nein ich liebe diese jungen Leute nicht und schon gar nicht diese Intellektuellen diese Leute mit ihren Geistesambitionen
diese Leute habe ich nie geliebt die bringen nur alles durcheinander und stellen alles auf den Kopf Es war ein Fehler ihn aufzufordern mitzukommen
TOCHTER Aber er bleibt doch nur ein zwei Tage
MUTTER Ja das sagt sich so ein zwei Tage
TOCHTER Er hat sich so gefreut er bewundert dich Mama
MUTTER Das war ein Fehler ihn aufgefordert zu haben. Aber es war ein Gefühl im Augenblick ein merkwürdiges Gefühl der Treue zu dir verstehst du
(Auszug aus Am Ziel)
Seit zwanzig Jahren fahren Mutter und Tochter am gleichen Tag nach Katwijk ans Meer, aneinandergefesselt in gegenseitiger Abhängigkeit.
Doch in diesem Jahr wird es anders sein. Ein dramatischer Schriftsteller wird sie begleiten und das gemeinsame Ritual von Mutter und Tochter brechen.
Die etablierte Sicherheit der Mutter wird durch den Gast, den Eindringling, gefährdet.
Am Ziel wurde 1981 bei den Salzburger Festspielen in der Regie von Claus Peymann uraufgeführt. Seinem Stück stellte Bernhard ein Zitat des französischen Philosophen Blaise Pascal voran: "Die Sorgen des menschlichen Lebens haben all das bewirkt; als man das erkannte, wählte man die Zerstreuung."