Kampl, Bader aus freier Wahl und ehemaliger Doktor der vornehmen Gesellschaft, bekommt Besuch von seinem Freund Baron Felsbach und dem konservativen Badearzt Doktor Muschl. Felsbach ist auf der Suche nach seiner zweiten Tochter. Er hatte damals seine Frau des Ehebruchs verdächtigt, sie mit der älteren Tochter in die Bäder geschickt und das zweite ungewollte Kind dem Kampl übergeben. Dieser wiederum gab es seiner ungetreuen Frau, die mit dem Kind verschwand und nicht mehr gesehen wurde. Inzwischen ist Felsbachs erste Tochter Pauline nach dem Tod ihrer Mutter zu einer reichen Erbin geworden. Doktor Muschl hat das letzte Wort bei der Verheiratung Paulines. Kampl verwandelt sich flugs in die Gestalt des abgereisten Doktors und nimmt die Sache in die Hand.
Kampl, 1852 uraufgeführt, ist eine hinreißende volkstückhafte Posse, eine verwickelt-verzwickte Komödie in realistischem Milieu (Revolutionsjahr 1848 wird angedeutet).
Ein Stück über eine unterdrückte, vereinsamte Jugend auf der Suche nach Liebe, die sich von der geldgierigen Elterngeneration emanzipiert. Nestroys erfolgreichstes Altersstück, verfasst in der mit brillanten Bonmots, Metaphern und grandiosen Raisonnements gespickten, meisterhaften Sprache, in sensationeller Besetzung: mit Helmuth Lohner als Kampl und Otto Schenk als Gabriel, gleichzeitig das Debut von Herbert Föttinger als Regisseur.