Nora und ihr Mann Torvald sind nach außen hin glücklich verheiratet. Die Tatsache, dass Torvald seine Frau wie ein unmündiges Kind behandelt, ist ihm nicht bewusst. Als in der Adventszeit die Beförderung Torvalds zum Bankdirektor ins Hause steht, scheint auch finanziell alles abgesichert zu sein. Plötzlich droht jedoch unerwarteter Besuch Noras Weihnachtsvorbereitungen zu stören: Rechtsanwalt Krogstad sucht seine drohende Entlassung durch Torvald Helmer mit einem Erpressungsversuch zu verhindern, der sich auf einen lange zurückliegenden Vorfall bezieht: Aus Liebe zu ihrem gesundheitlich angeschlagenen Mann hatte Nora einst mit einer gefälschten Unterschrift bei Krogstad Geld für einen notwendigen Kuraufenthalt geliehen und dieses Geheimnis bislang sorgsam vor ihrem Mann bewahrt. Von Krogstad in die Enge getrieben, erscheint die Beichte ihrer großen Lüge nunmehr unumgänglich, und so sieht Nora mit Spannung der Antwort auf die bisher in den Hintergrund gedrängte, nun alles entscheidende Frage ihres Lebens entgegen: Wie reagiert ihr Mann auf das vermeintliche Vergehen?
In nahezu kriminalistischer Weise und mit psychologischer Schärfe zeigt Ibsen in seinem Stück, das zum Musterbeispiel des weiblichen Ausbruchs aus der bürgerlichen Ehewelt geworden ist, wie sich das Puzzlespiel der Vergangenheit auf die Gegenwart auswirkt.