Johannes Krisch hat das Theater in der Josefstadt mit seiner unverwechselbaren künstlerischen Kraft nachhaltig geprägt. Seit seinem Debüt als Weinberl in Nestroys „Einen Jux will er sich machen“ im Jahr 2019 war er unserem Haus eng verbunden und entwickelte sich rasch zu einer seiner bedeutenden Künstlerpersönlichkeiten.
In seinen großen Rollen – als Karl Bockerer in „Der Bockerer“, als Ludwig in Thomas Bernhards „Ritter, Dene, Voss“, in Ionescos „Der König stirbt“ zuletzt in „Von Mäusen und Menschen“ – zeigte sich seine außergewöhnliche Gabe, Figuren in ihrer ganzen Widersprüchlichkeit sichtbar zu machen. Seine Darstellungen waren von großer Intensität und Genauigkeit, zugleich aber immer von tiefer Menschlichkeit getragen.
Johannes Krisch suchte auf der Bühne nicht den äußeren Effekt. Er ging dem Menschen hinter der Figur nach: seinen Verletzungen, seiner Würde, seiner Komik und seinen Abgründen. Daraus entstand jene seltene Wahrhaftigkeit, die jeden seiner Auftritte zu einem besonderen Theatererlebnis machte. Seine Bühnenpräsenz, seine künstlerische Konsequenz und sein Vertrauen in die Kraft des Augenblicks haben unser Ensemble und unser Publikum gleichermaßen berührt.
Für das Theater in der Josefstadt bleibt Johannes Krisch weit mehr als ein herausragender Schauspieler. Er ist ein wichtiger Teil unserer jüngeren Geschichte. Seine Rollen, seine Stimme und die Intensität seines Spiels werden in diesem Haus nachwirken.
Marie Rötzer
Design. Direktorin des Theaters in der Josefstadt
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