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Kammerspiele der Josefstadt

Der nackte Wahnsinn

von Michael Frayn

Übersetzung von Ursula Lyn

ca. 2 Stunden, 15 Minuten, eine Pause

Premiere:
15.10.2015


Besetzung

Dotty Otley als Mrs Clackett
Ulli Maier
Garry Lejeune als Roger Tramplemain
Alexander Pschill
Brooke Ashton als Vicki
Alma Hasun
Frederick Fellowes als Philip Brent/Scheich
Oliver Huether
Belinda Blair als Flavia Brent
Ruth Brauer-Kvam
Selsdon Mowbray als Einbrecher
Heribert Sasse
Lloyd Dallas, Regisseur
Michael von Au / Peter Scholz
Poppy Norton-Taylor, Regieassistentin
Eva Mayer
Tim Allgood, Inspizient
Martin Niedermair

Stab

Regie
Folke Braband
Bühnenbild und Kostüme
Stephan Dietrich
Dramaturgie
Silke Ofner
Licht
Franz Henmüller
Regieassistenz
Valeska Ringhof
Video
DER NACKTE WAHNSINN
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Deutsch von Ursula Lyn

Macht euch keine Sorgen. Betrachtet die Premiere als Generalprobe. Wir lassen es jetzt einmal durchlaufen und konzentrieren uns auf die Türen und die Sardinen. Auftritte, Abgänge. Sardinen rein, Sardinen raus. Das ist Farce. Das ist Theater. Das ist Leben.
Lloyd Dallas

Wie laufen Theaterproben ab? Was passiert während einer Vorstellung hinter der Bühne? Wie unterscheidet sich eine letzte von einer ersten Vorstellung? Der nackte Wahnsinn begleitet eine Theatertruppe in einem furiosen Klippklapp dreimal durch den ersten Akt: Die Generalprobe, eine reguläre Vorstellung und die letzte Vorstellung.
Jeder neue erste Akt wirkt wie die größte anzunehmende Katastrophe, aber das Ensemble beweist sich und den Zuschauern, dass es immer noch schlimmer geht: Vierzehn Tage Probenzeit sind für Regisseur Lloyd Dallas und seine Schauspieler ohnehin schon wenig um das Stück "Nackte Tatsachen" einzustudieren, in dem es auf nichts so sehr ankommt wie aufs Timing. Wenn aber zur knappen Probenzeit eine vergessliche Hauptdarstellerin, der liebestolle Regisseur und seine Affären, Eifersüchteleien im neurotischen Ensemble, ein nicht funktionierendes Bühnenbild und ein Teller Sardinen dazukommt, dann ist das Desaster vorprogrammiert.

Eine Farce muss in unmittelbarer Wahrhaftigkeit verankert sein. Verzweiflung darf die Charaktere zwar schlussendlich in die absurdesten und unmöglichsten Situationen bringen, doch diese Verzweiflung ist zunächst einmal herbeizuführen. Die Ursache muss in der möglichen Gefahr einer Verlegenheit liegen, die dem Publikum so vertraut ist, dass es vor lauter Mitgefühl schweißnasse Hände hat.
Michael Frayn


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