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Theater in der Josefstadt

Die Verdammten

Nach dem gleichnamigen Film von Luchino Visconti

in einer Bearbeitung von Ulf Stengl

Übersetzung von Hans Peter Litscher

ca. 2 Stunden, 30 Minuten (Pause nach ca. 90 Minuten)

Premiere:
10.11.2016


Besetzung

Baron Joachim von Essenbeck, Generaldirektor der Essenbeck Stahlwerke
Heribert Sasse
Michael König (ab 23.11.2016)
Freifrau Sophie von Essenbeck, Witwe seines ältesten Sohnes
Andrea Jonasson
Baron Konstantin von Essenbeck, sein zweiter Sohn
Peter Kremer
Freifrau Elisabeth Thallmann von Essenbeck, Joachims Nichte
Bettina Hauenschild
Herbert Thallmann, ihr Mann
Peter Scholz
Baron Günther von Essenbeck, Konstantins Sohn
Meo Wulf
Baron Martin von Essenbeck, Sophies Sohn
Alexander Absenger
Friedrich Bruckmann, der Geliebte von Sophie
André Pohl
Hauptsturmführer Wolf von Aschenbach, Cousin von Joachim
Raphael von Bargen
Thilde Thallmann, Tochter von Elisabeth und Herberg
Laura Scholz / Vanessa Fülöp
Erika Thallmann, Tochter von Elisabeth und Herbert
Calista Berger / Amelie Knoglinger

Stab

Regie
Elmar Goerden
Bühnenbild
Silvia Merlo
Bühnenbild
Ulf Stengl
Kostüme
Lydia Kirchleitner
Dramaturgie
Barbara Nowotny
Licht
Manfred Grohs
Regieassistenz
Valeska Ringhof
Kostümmitarbeit
Franziska Müller
Video
DIE VERDAMMTEN
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Übersetzung von Hans Peter Litscher
Fassung für das Theater in der Josefstadt von Ulf Stengl

——— Luchino Viscontis filmisches Meisterwerk La caduta degli dei (Die Verdammten, 1969) zeigt den tragischen Verfall einer einflussreichen Industriellenfamilie vor dem Hintergrund der Machtergreifung Hitlers in Deutschland. Hinter der fiktiven Dynastie der von Essenbecks steht die Geschichte der Familie Krupp, die seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts Macht und Reichtum mit der Entwicklung und Herstellung von Waffen erlangte und damit nicht nur die Kriegsgeschichte Deutschlands, sondern der ganzen Welt maßgeblich beeinflusste. Wie in der historischen Realität gehen auch in Viscontis Film Großindustrie und Nationalsozialismus eine fatale Verbindung ein, in der jede Seite die andere für ihre Zwecke zu instrumentalisieren sucht.

Mit der Ermordung des Familienoberhauptes Joachim von Essenbeck zeigt Visconti, wie die verheerenden äußeren politischen Verhältnisse mit Gewalt in den Mikrokosmos der Industriellenfamilie einbrechen. In der Figur des Friedrich Bruckmann wird der Weg eines Emporkömmlings gezeichnet, der sich mithilfe der Nazis und angetrieben von seiner Geliebten Sophie der Kontrolle über den Konzern zu bemächtigen sucht. Sophie stellt sich damit gegen ihren eigenen Sohn und Alleinerben des Unternehmens Martin von Essenbeck. Aufgerieben zwischen alten Familienfehden und den Visionen einer menschenverachtenden Ideologie zerfällt ein über Generationen aufgebautes Machtgefüge. In einer Welt des Umbruchs und des moralischen Niedergangs schlägt die Stunde der Aufsteiger und Intriganten. Während sich das Neue rücksichtslos seinen Weg bahnt, endet eine alte, erstarrte Welt.

Die Idee entstand aus Viscon-
tis Bedürfnis, eine Geschichte
über die Gewalttätigkeit und
den Untergang einer gesell-
schaftlichen Klasse auf die
Leinwand zu bringen, auf dem
Grundmuster von Shakespeares
Macbeth.

Nicola Badalucco