——— Monsieur Claude und seine Frau Marie sind ein zufriedenes Ehepaar in der französischen Provinz und haben vier hübsche Töchter. Am glücklichsten sind sie, wenn die Familientraditionen genau so bleiben wie sie sind.
Die Hochzeiten ihrer drei Töchter mit Männern aus anderen Kulturkreisen setzen die Eltern gehörig unter Anpassungsdruck. In die französische Lebensart weht der Wind der Globalisierung und das gemeinsame Weihnachtsfest gerät zum interkulturellen Minenfeld. Musik in den Elternohren ist die Ankündigung der jüngsten Tochter, einen französischen Katholiken heiraten zu wollen, doch auch dieser entspricht nicht so ganz den Vorstellungen der konservativen Eltern.
CLAUDE Ausgerechnet ein gemeinsames Weihnachten! Darf ich daran erinnern, dass es schon kaum möglich sein wird, ein Gericht zu finden, das gegen keine der beteiligten Religionen verstößt.
MARIE Wir können einen Truthahn machen. Ich kaufe einen bei einem arabischen Metzger: halal! Und einen in einer koscheren Metzgerei. Dann kann nichts schief gehen.
CLAUDE Und was isst der Chinese?
MARIE Truthahn, Szechuan Art.
CLAUDE Von mir aus. Solange ich an Heiligabend nicht mit Stäbchen essen muss.
MARIE Kein Mensch wird mit Stäbchen essen. Hauptsache, alle sind friedlich. Und wir sind uns einig, Claude? Wir vermeiden alle Themen wie Israel, den Dalai Lama und Burkas. Und vor allem: Kein Wort über die französische Nationalmannschaft!