Was Schenk und seine beiden kongenialen Kolleginnen Christine Ostermayer und Ingrid Burkhard zeigen, lässt das Herz jedes Theater-, und Opernliebhabers garantiert höherschlagen. Wenn etwa der vielfache MET-Regisseur Schenk über den Zauber der MET und die Oper im allgemeinen räsoniert, kommt auch Rührung auf. Denn man merkt, wie sehr der große Schauspieler die Oper tatsächlich liebt.
Schenk gelingt zudem das Kunststück, diesen Ralph auf Freiersfüßen vollkommen unpeinlich darzustellen. Selbst eine - angedeutete - Liebesszene mit Carol (anfangs hinreißend schnippisch, später schön wahrhaftig: Christine Ostermayer) wirkt in ihrer Zartheit und Unschuld ganz natürlich. Eine fabelhafte Leistung beider Künstler. Den köstlichen Gegenpol zu den beiden Turteltauben bildet Ingrid Burkhard als resolute, vom Schicksal geprüfte Rose mit Mut zur Hässlichkeit und Härte. Dieses Trio rührt, verführt, ja bezaubert in jeder Phase. Gut auch die Idee, mit Thomas Weinhappel einen (guten) Sänger als Ralphs junges Alter Ego auf die Bühne zu bringen, schön auch die Musikauswahl. Lohnend.
(Kurier)
Amüsant, berührend, beklemmend.(...)Drei hinreißende Darsteller.
(Österreich)
Kleine, funkelnde Perlen in den Dialogen, anständige Unterhaltung, ein wenig Verständnis für die eigenen Probleme und ein Wiedersehen mit alten Freunden.
(APA)
Das Ensemble entzückt rundum: Otto Schenk spielt Ralph, der seine Flamme nach allen Regeln der Kunst umgarnt. Er rückt zart näher, er stolpert von einem Fettnäpfchen ins andere, er requiriert einen fremden Hund, er scheucht seine Schwester ("Madonna!") nach Hause; als er aber seine Angebetete endlich erobert hat, stellt sich eine traurige Wahrheit heraus. Es ist schwer, noch mehr zu entzücken als Otto Schenk an diesem Abend, aber Christine Ostermayer als Carol schafft es fast, speziell, nachdem sie die saure Miene einer früheren Sekretärin abgelegt hat und sich von Ralph aufs Kanapee locken lässt.
Ingrid Burkhard als Rose begleitet die süßen Geigen dieser Liebschaft, die ihr zuwider ist, mit harschen Bässen und manchem Trompetenstoß.
Ein richtiger Sänger (Thomas Weinhappel) begleitet mit passenden Opernarien von Mozart bis Verdi das Geschehen: Er singt schön und ist schön. Was will man mehr? Rolf Langenfass entwarf für dieses anrührende und nur ganz selten sentimentale Stück eine karge Ausstattung, in der Schatten und Licht eine besonders feine Rolle spielen.
(Presse)
Regisseur Dieter Berner findet eine sehr bühnentaugliche Umsetzung der Reminiszenen an die vereitelte Opernkarriere. Karten sichern! Das wird ein Renner.
(OÖ Nachrichten)
Trotzdem ist dieser Theaterabend ein Glück. Es trägt den Namen Christine Ostermayer. Sie spielt eine zarte, elegante Dame, die schrullig geworden ist, das sieht man an ihrem Herumnesteln am Strickzeug. Erst zeigt sie diese Frau als eitel und altdamenhaft. Nach und nach entblößt sie einen unbändigen Mut zu junger, verrückter Liebe, wird zu kindlich Blödelnden wie zur weisen, trauernden Alten. Unendlich viele Nuancen von Gefühlen vermag Christine Ostermayer zu zeigen und jedes Wort, jeder Tonfall, jede Geste sind so präzis, dass sie leicht und natürlich wirken.
(Salzburger Nachrichten)