Theater in der Josefstadt

Der Schwierige

Lustspiel in drei Akten

von Hugo von Hofmannsthal

ca. 2 Stunden, 45 Minuten (Pause nach ca. 100 Minuten)

Premiere:
06.10.2016


Besetzung

Lukas, erster Diener bei Hans Karl
Hans Karl Bühl
Michael Dangl
Crescence, seine Schwester
Ulli Maier
Stani, Crescences Sohn
Matthias Franz Stein
Helene Altenwyl
Alma Hasun
Altenwyl
Michael König
Antoinette Hechingen
Pauline Knof
Hechingen
Roman Schmelzer
Neuhoff
Christian Nickel
Edine, Antoinettes Freundin
Alexandra Krismer
Agathe, Kammerjungfer
Therese Lohner
Neugebauer, Sekretär
Wojo van Brouwer
Lukas, erster Diener bei Hans Karl/Wenzel, Kammerdiener bei Altenwyl
Alexander Strobele
Vinzenz, ein neuer Diener
Oliver Rosskopf
Ein berühmter Mann
Christian Futterknecht / Wojo van Brouwer

Stab

Regie
Janusz Kica
Bühnenbild und Kostüme
Karin Fritz
Dramaturgie
Barbara Nowotny
Licht
Manfred Grohs
Regieassistenz
Florian Thiel
Video
DER SCHWIERIGE
Play Video

Du, Onkel Kari, bist au fond,
verzeih', dass ich es heraus-
sage, ein Idealist: deine Gedan-
ken gehen auf das Absolute,
auf das Vollkommene. Das ist
ja sehr elegant gedacht, aber
unrealisierbar.

Stani

——— Die verwitwete Gräfin Freudenberg beabsichtigt, mit ihrem Sohne Stani eine Soiree in der verwandten Familie Altenwyl zu besuchen. Ihr Bruder, Graf Hans Karl Bühl, ein sehr begüterter Junggeselle, in dessen Haus die beiden wohnen, will nicht auf die Soiree gehen. Er ist im Allgemeinen etwas schwierig, er liebt große Gesellschaften nicht, vielleicht spielt auch die Möglichkeit einer ihn beunruhigenden Begegnung mit. Dabei könnte es sich um Helene handeln, die schöne und begehrenswerte Tochter des Hauses Altenwyl, die ihm seit Jahren eine tiefe Mädchenschwärmerei entgegenbrachte, augenblicklich aber anscheinend nicht weit davon entfernt ist, sich mit einem holstein'schen oder baltischen Baron Neuhoff zu verloben.
Oder es könnte sich um die in Scheidungsumständen befindliche Gräfin Antoinette Hechingen handeln, Hans Karls letzten Flirt, vor der er sich aber jetzt fernhält, da er sich inzwischen mit ihrem Gatten angefreundet hat und dessen sehnsüchtigem Wunsch nach ehelicher Aussöhnung nicht im Wege stehen will.
Hugo von Hofmannsthal, 1920

Wer oder was ist, nach dem von Hofmannsthal entworfenen Bilde zu schließen, ein Schwieriger? Ein Anspruchsvoller jedenfalls, aber auch einer, der an sich selbst die höchsten Ansprüche stellt und unter ihrer Unerfüllbarkeit leidet, was uns mit seiner Unleidlichkeit halbwegs versöhnt. "Au fond ein Idealist", wie es im Stücke von ihm heißt, ist er in jedem Falle ein naher Verwandter des Molièrschen "Misanthrop", mit dem er manchen Zug, zum Beispiel die Menschenangst und die Gesellschaftsscheu, gemein hat. Was Hofmannsthal im Punkte dramatisierter Menschenkenntnis zu bieten hat, ist das Feinste vom Feinen; es ist Kaviar für Menschenkenner.
Raoul Auernheimer, 1921


Sponsoren