Das Tote Gebirge ist ein karstiges Hochplateau mit nur wenig Vegetation. Zwei Tage braucht man, um es zu durchqueren. Die Geschwister Raimund und Josefine haben früher oft gemeinsam Wanderungen unternommen, doch dann kam es zwischen den beiden zum Bruch. Als Josefine den Bruder wiedersieht, ist er in der Psychiatrie. Er hat sich selbst eingeliefert. Die Suche nach Gründen für Raimunds Erkrankung weist über die individuelle Geschichte des Patienten hinaus auf eine Gesellschaft, die selbst erkrankt ist - perspektivenlos gestrandet zwischen ökonomischem Dauerstress und politischem Stillstand. Auch die Chefärztin Theresia muss erkennen, dass ihre Therapie der Einzelfälle vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Missstände immer nur Flickwerk bleiben kann. Ein Stück über die österreichische Seele, die hier - laut Thomas Arzt - "kein weites Land mehr ist".
Der junge oberösterreichische Autor Thomas Arzt ließ 2011 mit der Uraufführung seines ersten Theaterstücks Grillenparz am Schauspielhaus Wien aufhorchen. Beim renommierten Heidelberger Stückemarkt wurde er 2012 mit dem Autorenpreis für sein Stück Alpenvorland ausgezeichnet.
Die Arbeit an Totes Gebirge wurde unterstützt durch das Wiener Dramatik Stipendium der Kulturabteilung der Stadt Wien sowie das Adalbert-Stifter-Stipendium des Landes Oberösterreich.