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Theater in der Josefstadt

Die Strudl­hof­stiege

Uraufführung

Bühnenbearbeitung von Nicolaus Hagg

von Heimito von Doderer

in einer Bearbeitung von Nicolaus Hagg

ca. 2 Stunden, 30 Minuten (Pause nach ca. 90 Minuten)

Premiere:
05.09.2019


Besetzung

Major Melzer, Amtsrat in der österreichischen Tabakregie
Ulrich Reinthaller
Major Laska
Roman Schmelzer
Etelka von Stangeler
Pauline Knof
Asta von Stangeler
Swintha Gersthofer
René von Stangeler
Martin Vischer
Oberbaurat von Stangeler
Michael König
Rittmeister von Eulenfeld
Dominic Oley
Paula Pichler
Alma Hasun
Editha/Mimi Pastré
Silvia Meisterle
Konsul Grauermann, Ehemann Etelkas
Matthias Franz Stein
Generalkonsul Fraunholzer, Etelkas Geliebter
Igor Karbus
Thea Rokitzer, Geliebte des Rittmeisters von Eulenfeld
Marlene Hauser
Teddy von Honnegger
Alexander Absenger

Stab

Regie
Janusz Kica
Bühnenbild und Kostüme
Karin Fritz
Musik
Matthias Jakisic
Dramaturgie
Barbara Nowotny
Dramaturgie
Matthias Asboth
Licht
Manfred Grohs
Regieassistenz
Anna Holzer
Trailer
DIE STRUDLHOFSTIEGE oder MELZER UND DIE TIEFE DER JAHRE
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Auf die Strudlhofstiege zu Wien
Wenn die Blätter auf den Stufen liegen herbstlich atmet aus den alten Stiegen was vor Zeiten über sie gegangen. Mond darin sich zweie dicht umfangen hielten, leichte Schuh und schwere Tritte, die bemooste Vase in der Mitte überdauert Jahre zwischen Kriegen.
Viel ist hingesunken uns zur Trauer und das Schöne zeigt die kleinste Dauer.

Heimito von Doderer

Wohin geht eine Welt, wenn sie untergeht? Wohin weicht ihr Urgrund? Oder härtet er vielleicht aus in den Menschen, die den Untergang durchleben?
Die Strudlhofstiege gehört zu den berühmtesten ungelesenen Büchern der Weltliteratur. Schade. Denn sie ist ein wahrhaftiges, ein großes Stück Weltliteratur. Sie ist ein Stück österreichischer Geschichte und zutiefst österreichischer Geschichten. Sie entführt uns in die Tiefe der Jahre, die mehr ist als nur die Vergangenheit. Diese Tiefe hat immer etwas von einem Abgrund, einem Schlund, der uns, die Leser, abstürzen lässt oder hineinzieht. Dieser Abgrund ist der Erste Weltkrieg, an dessen Kippe wir zu Beginn des Romans stehen und an dessen republikanischen Auswirkungen – den Abgrund quasi überspringend – wir uns im zweiten Teil des Romans befinden. Aber nur der Leser springt leichtfüßig. Der nachgeborene Leser. Doderers Strudlhofstiege handelt von jungen Menschen, die um eine Gegenwart ringen. Überlebende, die nicht wissen, dass ihr Überleben – zwangsläufig – in den nächsten Abgrund führt.
Die Strudlhofstiege im 9. Wiener Bezirk ist mehr als nur der Mittelpunkt dieses Jahrhundertromans. Sie pirouettiert sich vom Vorher, vom scheinbar längst Vergangenen, in eine ungewisse, feindliche Gegenwart. Vielleicht ist sie ein Symbol: Sie wurde gebaut, um die "G’stetten" zu überwinden, die dort 1910 noch "geblüht" hat. Vielleicht wurde der Roman geschrieben, um die G’stetten zu überschreiben, die dieser Krieg in den Köpfen und Herzen der Menschen hinterlassen hat, die Heimito von Doderer in größter autobiografischer Selbstentäußerung in diesem Roman schildert.
Nicolaus Hagg