Der ehemalige Krämer Dickkopf (Otto Schenk) betrügt in großem Stil, wenn er die Erbschaft seines Stiefsohns Kasimir (Herbert Föttinger) an sich rafft. Außerdem fälscht er Briefe, um Kasimirs heimliche Liebschaft mit der dummen Leni zu zerstören und ihn an die reiche Kupferschmiedin Lärminger zu verschachern. Er spielt den armen Greis, um Kasimir und seinen Neffen Franz (Peter Scholz) durch Mitleid zu erpressen, obwohl er sie gleichzeitig bestiehlt. Aber zum Schluss hat Dickkopf ausgespielt - ihm bleibt nichts von seinem heimlichen Geld, er muß sich mit seiner heimlichen Liebe, einer Kräutlerin, zufriedengeben.
Waghalsig wie nie zuvor seziert Nestroy in dieser 1853 uraufgeführten volksstückhaften Posse eine vom Geld korrumpierte und vom Geld abhängige Gesellschaft. Das hinreißend groteske Stück besticht mit hellsichtiger Ironie, messerscharfem Intellekt, unheimlicher Komik und wurde in der bewährten Regie von Karlheinz Hackl auf die Bühne gebracht.
Neulich dramt ma, alle Theater
von der Burg bis in den Prater
wer'n gänzlich und vollkommen
von Politikern übernommen!!!
Erstens sei die Kunst
sparsam bis umsunst
drum streich ma getrost
alles, was was kost!
Sperrts die Musentempl
jagts die Mimen raus!
Spü' ma als Exempl
gleich im Hohen Haus.
Kasperln san do gnua
spün rund um die Uhr
Intrigen, Lügen, Scherz, Applaus.
I wach auf und i merk: Dieser Traum wird vollstreckt!
Da vermißt ma den winzigsten Funken Respekt...
Da vermißt ma den winzigsten Funken Respekt!
(Couplet-Strophe aus der Inszenierung)