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Theater in der Josefstadt

Rechnitz (Der Würgeengel)

von Elfriede Jelinek

ca. 2 Stunden, keine Pause

Premiere:
15.01.2022


Besetzung

Botinnen und Boten
Michaela Klamminger
Sona MacDonald
Elfriede Schüsseleder
Robert Joseph Bartl
Tamim Fattal
Dominic Oley
Oliver Rosskopf
Götz Schulte

Stab

Regie
Anna Bergmann
Bühnenbild
Katharina Faltner
Kostüme
Lane Schäfer
Musik
Moritz Nahold
Musik Mitarbeit
Heiko Schnurpel
Choreographie
Simon Eichenberger
Video
Sebastian Pircher
Dramaturgie
Barbara Nowotny
Licht
Manfred Grohs
Regieassistenz
Anna Holzer
Dramaturgieassistenz
Leonie Seibold
Trailer
RECHNITZ (Der Würgeengel)
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Es können nicht alle Opfer sein!, jemand muß auch Täter sein wollen, bitte melden Sie sich, wir brauchen jeden Täter, den wir kriegen können, denn dann können wir uns selbst dazurechnen, ohne daß man es merkt, wir brauchen dringend Täter, zu denen auch wir gehören könnten, wenn wir uns etwas mehr Mühe gäben.
Rechnitz (Der Würgeengel)

In der Nacht zum Palmsonntag 1945 – kurz vor dem Einmarsch der Roten Armee – fand auf dem Schloss der Gräfin Margit Batthyány im burgenländischen Rechnitz ein Gefolgschaftsfest der lokalen NS-Prominenz statt. Zeitgleich wurden 180 jüdische Zwangsarbeiter in der Nähe des Schlosses erschossen – angeblich unter Beteiligung der Festgäste.

Bis heute konnten die Ereignisse dieser Nacht nicht vollständig geklärt werden. Die mutmaßlichen Haupttäter setzten sich ins Ausland ab, Zeugen wurden ermordet, die Bevölkerung schwieg. Noch immer ist das Massengrab unentdeckt. Nach anfänglicher Suche nach Tätern und Opfern wurde das Verbrechen schnell "aktiv vergessen". Elfriede Jelinek setzt mit ihrem Stück Rechnitz (Der Würgeengel) dem kollektiven Verschweigen und Verdrängen einen sprachgewaltigen und eindringlichen Text entgegen.

"Diese falsche und verlogene Unschuldigkeit Österreichs ist wirklich immer mein Thema gewesen, eigentlich in allen meinen Sachen. Ja, ich würde sagen, das ist mein Angelpunkt."