95 Minuten lang zeigen diese vier grandiosen Darstellerinnen unter der feinsinnigen Personenführung von Alexandra Liedtke, wohin Trunksucht führen kann. Therese Lohner überzeugt in der Rolle der abgetakelten Balletttänzerin eindrucksvoll wie jede ihrer Kolleginnen, in deren Zentrum Sona MacDonald als Frau bewegt, die ihre Demenzerkrankung erkennt.
(news.at)
Beeindruckend und schlüssig ist das Bühnenbild von Raimund Orfeo Voigt: Es stellt das Altbauzimmer auf den Kopf, die spielfreudigen Akteure (außerordentlich unterhaltsam Marianne Nentwich) stehen auf der stuckverzierten Decke.
(Wiener Zeitung)
Grandiose Darstellerinnen: An der Spitze Sona MacDonald, die aus ihrer Hedwig eine faszinierende Charakterstudie formt. Wie diese Frau gegen den „Dämon Alkohol“ ankämpft, ist sensationell. Gleiches gilt für Elfriede Schüsseleder (eine herrlich überdrehte Irma), Marianne Nentwich (rustikal als Marion) sowie Therese Lohner als Constanze. Martin Niedermair ist ihnen als Jacob ein ganz exzellenter Reibebaum. Alexandra Liedtke hat präszise und sehr umsichtig gearbeitet.
(KURIER)
Thomas Vinterberg ist ein sarkastischer Ausleuchter gesellschaftlicher Abgründe. Die Regisseurin Alexandra Liedtke bringt Vinterbergs Text überzeugend vom Boden, und sie hat vier vorzügliche Protagonistinnen zur Verfügung: Sona MacDonald als Inhaberin der größten Rolle korrespondiert präzise und überzeugend mit Therese Lohner, Elfriede Schüsseleder und Marianne Nentwich. Kurze und kurzweilige eineinhalb Stunden.
(Kronen Zeitung)
Auf dem Boden liegt Sona MacDonald in weißer Perücke als schwer betrunkene frühere Hautärztin Hedwig, das Schrillen der Gegensprechanlage versetzt sie in die unangenehme Situation, irgendwie aufstehen zu müssen. Mit diesem eindringlichen Bild startet Regisseurin Alexandra Liedtke in einen Abend, der sich ganz auf die starken Leistungen des Ensembles konzentriert und es in den folgenden 100 Minuten schaffen wird, weder die Moralkeule zu schwingen noch zu verherrlichen, sondern die vielen Nuancen herauszuarbeiten, mit denen Alkohol in unserer Gesellschaft konnotiert ist. Es ist witzig und beklemmend gleichermaßen.
(APA)
Die Aufführung in der Josefstadt lebt von den vier wirklich sympathischen Damen, denen alle Sympathien des Publikums gelten. Hedwig (ganz wundervoll charmant, fast zerbrechlich: Sona MacDonald), die den Korkenöffner am Lederband ständig um den Hals trägt, war Ärztin. Die mit nicht weniger Routine Flaschen entkorkende Irma (Elfriede Schüsseleder) ist eine ganz harmlose, aber temperamentvolle Variante der Jelinek'schen "Klavierspielerin". Constanze (Therese Lohner) hat orthopädische Probleme nach einem Leben als Tänzerin. Und Marion (Marianne Nentwich) – die ist die Frohnatur pur in der Runde. Nicht unlustig das Bühnenbild von Raimund Orfeo Voigt: Er hat einen Salon einfach auf den Kopf gestellt für die "verkehrte Welt", jeder Auftritt über den Türsturz, der also unten ist, macht eine kleine Kletterei notwendig und schaut komisch aus.
(nachtkritik.de)