Tatja Seibt, Emily Cox, Maria Köstlinger, Ruth Brauer-Kvam, Marianne Nentwich und Silvia Meisterle sind ein facettenreiches, komisches, sehnsuchtsvolles Frauen-Sextett. Ihre Grabenkämpfe und Gruppen-Choreographien sind Stephanie Mohr eindeutig am Besten gelungen. (...) Eine engagierte, achtbare, zeitgenössische Aufführung, die hoffentlich ihr Publikum finden wird.
(APA)
Regisseure, die mit Charme, Witz und Dämonie verstörende und unterhaltende Geschichten erzählen können, sind heute eine Minderheit. Stephanie Mohr kann es. Den Nachweis erbringt sie in Roland Schimmelpfennigs Familienepos "Besuch bei dem Vater". Und dieser Umstand erhöht die Bewunderung noch. Schimmelpfennigs Figuren wirken kryptisch, geben nur wenig von sich preis, lassen aber brunnentiefe Seelenabgründe erahnen. (...) Mohr führt ihr exzellentes Personal mit Präzision und versteht es, auch mystische Momente zu erzeugen. Joachim Bißmeier gibt großartig den alternden Despoten mit dem Faible für Miltons "Paradise Lost". Florian Teichtmeister spielt den Eindringling so intensiv, als ginge es ums Überleben. Tatja Seibt, Maria Köstlinger und Ruth Brauer agieren auf gleicher, brillanter Höhe.
(News)
Schimmelpfennig schreibt anspielungsreichen Zeitgeist-Boulevard. Es ist ihm viel eingefallen zu seinen Figuren. Stephanie Mohr zeichnet sie liebevoll und mit vielen Ideen: Die Schauspieler sind durchwegs gut. Bißmeier absolviert die ungewohnte Rolle mit der ihm eigenen Präzision, aber auch hinreißender Situationskomik, deren Selbstverständlichkeit staunen macht.
(Die Presse)
Dass jede Schimmelpfennig-Produktion für die Ausführenden zur Entdeckungsreise wird, liegt auf der Hand. Stephanie Mohr hat sie bei ihrer Inszenierung der österreichischen Erstaufführung von "Besuch bei dem Vater" im Theater in der Josefstadt mit Fantasie, hintersinnigem Witz, Ironie und einem Hauch unsentimentaler Poesie bewältigt. (...) Alles in allem: ein perfekter, zu Recht bejubelter Schauspielerabend.
(Wiener Zeitung)
Stephanie Mohr inszeniert das Spiel um eine nur scheinbar fröhliche Theaterfamilie mit Witz. Ihr konsequenter Versuch, nicht nur den Worten Raum zu geben vor dem sich immer drehenden Zylinder mit Türen und Fenstern, sondern dem Stück auch Stimmung, gelingt. (...) Joachim Bißmeier macht aus dem Familienoberhaupt einen drahtigen, russische Literatur hassenden Papa, der wie ein Sexguru seinen Harem bewacht. Da selbst seine orientierungslose Frau Edith in Gestalt der hinreißenden Tatja Seibt junger Potenz verfällt, kann dieser Theatermann mit Neigung zu grotesken Zügen nur ausrasten.
(Kronen Zeitung)
Regisseurin Stephanie Mohr konzentriert sich auf die triste, aber humorvolle Melancholie des Textes. Sie verdichtet und schafft starke Bilder. Der Humor, den sie herausgearbeitet hat, trifft ins Schwarze. (...) Mohr hat das Beste aus dem Text herausgearbeitet: die momenthafte Charakterisierung eines heutigen soziologischen Gefüges. (...) Auch Dank der präzise ausgearbeiteten Zeichnungen der Darsteller. Joachim Bißmeier als treffsicher zynischer und alternder Vater, der sein Revier (und damit seine Existenz) vor dem fremden Sohn verteidigen muss. Florian Teichtmeister als präsent begehrender und dennoch mysteriös bleibender Sohn. Tatja Seibt, Emily Cox, Maria Köstlinger, Ruth Brauer-Kvam, Marianne Nentwich und Silvia Meisterle decken mit ihren Frauenfiguren enorm viele Facetten (und Altersstufen) des Weiblichen ab. (...) Eine über weite Strecken stimmig gebaute Momentaufnahme der Einsamkeit.
(Kurier)
Hervorragende Schauspielleistungen erbringen Joachim Bißmeier und Tatja Seibt als Elternpaar.
(Der Standard)
Stephanie Mohr hat es intelligent und witzig inszeniert. (...) In einem spielfreudigen Ensemble ist Joachim Bißmeier ein blendender Darsteller des schimpfenden, scheinheiligen Vaters.
(Salzburger Nachrichten)