Theater in der Josefstadt

Der Boxer

Frei nach dem Schicksal des Sinto-Boxers Johann "Rukeli" Trollmann
Uraufführung

von Felix Mitterer

ca. 2 Stunden, 30 Minuten, eine Pause

Premiere:
29.01.2015


Besetzung

Johann "Rukeli" Trollmann, Sinto, Boxer
Gregor Bloéb
Reinhard Wolf, Boxer, später SS-Sturmbannführer und Lagerkommandant
Raphael von Bargen
Olga Bilda, deutsche Frau von Rukeli
Hilde Dalik
Vater Wilhelm "Schnipplo"
Michael König
Mutter Friederike "Pessi"
Elfriede Schüsseleder
Bruder "Wilhelm "Carlo"/Kid Francis
Ljubiša Lupo Grujčić
Bruder Heinrich "Stabeli"
Matthias Franz Stein
Heinz Harms, Polizist bei der "Zigeunerzentrale" in Hannover
Peter Scholz
Dr. Robert Ritter, Leiter der Rassenhygienischen Forschungsstelle
Dominic Oley
Der Sprecher/Ein SS-Mann
Martin Niedermair
Ceijas Stimme
Sarah Gärtner-Horvath
Ceijas Lied
Indira Gussak

Stab

Regie
Stephanie Mohr
Bühnenbild
Florian Parbs
Kostüme
Nicole von Graevenitz
Musik
Stefan Lasko
Box-Coach und Box-Choreografie
Ernst Dörr
Dramaturgie
Barbara Nowotny
Licht
Manfred Grohs
Regieassistenz
Clara Rybaczek
Video
DER BOXER
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Frei nach dem Schicksal des Sinto-Boxers Johann "Rukeli" Trollmann

Im Juni 1933 kommt es beim Boxkampf um den deutschen Meistertitel im Halbschwergewicht zum Eklat. Johann "Rukeli" Trollmann, der einer Sinti-Familie entstammt, punktet mit seinem schnellen, für damalige Zeiten ungewöhnlichen Boxstil in jeder Runde. Doch die Jury betrachtet die Leistungen der Kämpfer als ungenügend und weigert sich den Kampf zu werten: Der Boxstil des Zigeuners entspreche nicht dem deutschen Faustkampf. Nur aufgrund massiver Proteste der Zuschauer wird Rukeli Trollmann schließlich doch zum Deutschen Meister ernannt, kurz darauf wird ihm der Titel "wegen schlechten Boxens" wieder aberkannt. Rukelis vielversprechende Boxkarriere ist unter dem nationalsozialistischen Regime jäh zu Ende, mit blankem Zynismus erinnert man sich ihrer. Im KZ wird Rukeli gezwungen, für die SS gegen andere Häftlinge zu boxen. Wer verliert, stirbt. Rukeli stirbt im Jahr 1944.

Felix Mitterer hat Rukelis – fast vergessenes – Schicksal zum Inhalt seines neuen Stückes gewählt. Rukelis Leidensweg steht dabei stellvertretend für den so vieler Roma und Sinti, die dem Nationalsozialismus zum Opfer fielen. Dazu Felix Mitterer: "Der Boxer erinnert an die ermordeten Sinti und Roma und gibt ihnen und uns einen Helden, der sich von den Nazis niemals unterkriegen ließ, auch wenn sie ihn am Ende töteten. Rukeli lebt."

Wir möchten Sie darauf hinweisen, dass in dieser Vorstellung aus künstlerischen Gründen geraucht wird.


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