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Theater in der Josefstadt

Anatol

von Arthur Schnitzler

in einer Bearbeitung von Peter Turrini / Herbert Föttinger

ca. 2 Stunden, eine Pause

Premiere:
17.12.2015


Besetzung

Anatol
Michael König
Max
Peter Matić
Fritzi
Martina Ebm
Swintha Gersthofer (ab 07.09.2016)
Cora
Alma Hasun
Annie
Katharina Straßer / Josephine Bloéb
Ilona
Sandra Cervik
Martina Stilp (ab 07.09.2016)
Gabriele
Andrea Jonasson
Annette
Karoline Kucera
Berta
Maria Urban
Bianca
Salka Weber
Else
Martina Stilp
Emilie
Julia Edtmeier
Ein Kellner/Franz, Diener
Josef Ellers

Stab

Regie
Herbert Föttinger
Bühnenbild
Walter Vogelweider
Kostüme
Alfred Mayerhofer
Dramaturgie
Ulrike Zemme
Licht
Emmerich Steigberger
Musik und Musikalische Leitung
Christian Frank
Choreographie
Simon Eichenberger
Associate Choreographer
Steven Seale
Regieassistenz
Nicole Feik
Dramaturgieassistenz
Cinja Kahl
Klavier
Johanna Gröbner
Kontrabaß
Rina Kacinari
altern. Kontrabaß
Sophie Abraham
Klarinette
Mona Matbou
altern. Klarinette
Viola Falb
Video
ANATOL
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In der Fassung von Peter Turrini und Herbert Föttinger treffen einander die Freunde Anatol und Max wieder und erinnern sich gemeinsam an Anatols amouröse Abenteuer.

Kaum ein Drama der Wiener Moderne hat das geistige Klima des Fin de Siècle so nuancenreich eingefangen wie Arthur Schnitzlers berühmtes Erstlingswerk Anatol. Die Einaktersammlung, die Ende 1892 erstmals in Buchform erscheint, markiert sogleich einen Höhepunkt im dramatischen Schaffen Arthur Schnitzlers: Sie exponiert nahezu alle Themenkomplexe seines Gesamtwerks.

Schnitzlers Protagonist gibt sich als wohlhabender Junggeselle zu erkennen, der die Lebensgewohnheiten der Wiener Oberschicht verachtet und deren Wertmaßstäbe konsequent ignoriert, obwohl er selbst als begüterter Rentier der aus Aristokratie und Bourgeoisie zusammengesetzten leisure class angehört. Während seine Standesgenossen Repräsentationsaufgaben anstreben und öffentlichen Einfluss zu gewinnen versuchen, zieht sich Anatol ins Private zurück und kultiviert das flüchtige amouröse Abenteuer, das ihm in beständigem Wechsel junge Frauen aus der Vorstadt und aus der Boheme, gelegentlich indessen auch sexuell frustrierte Damen aus dem großbürgerlichen Salon zuführt. Das leidenschaftliche, gleichwohl von Beginn an zeitlich begrenzte Liebesspiel drückt Anatols Protest gegen den vom ökonomischen Geist der Gründerzeit geprägten Lebensstil aus. Zugleich offenbaren die Liebesbegegnungen jedoch auch sein widersprüchliches Glücksverlangen und seine Sehnsucht nach existenzieller Sinnerfahrung. Schnitzlers Protagonist verkörpert das um die Jahrhundertwende immer wieder geschilderte Lebensgefühl des "impressionistischen" Menschen.
Thorsten Valk


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