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Theater in der Josefstadt

Elfriede Jelinek

Rechnitz (Der Würgeengel)

ca. 2 Stunden, keine Pause

Premiere in Vor­be­reitung

Es können nicht alle Opfer sein!, jemand muß auch Täter sein wollen, bitte melden Sie sich, wir brauchen jeden Täter, den wir kriegen können, denn dann können wir uns selbst dazurechnen, ohne daß man es merkt, wir brauchen dringend Täter, zu denen auch wir gehören könnten, wenn wir uns etwas mehr Mühe gäben.
Rechnitz (Der Würgeengel)

In der Nacht zum Palmsonntag 1945 – kurz vor dem Einmarsch der Roten Armee – fand auf dem Schloss der Gräfin Margit Batthyány im burgenländischen Rechnitz ein Gefolgschaftsfest der lokalen NS-Prominenz statt. Zeitgleich wurden 180 jüdische Zwangsarbeiter in der Nähe des Schlosses erschossen – angeblich unter Beteiligung der Festgäste.

Bis heute konnten die Ereignisse dieser Nacht nicht vollständig geklärt werden. Die mutmaßlichen Haupttäter setzten sich ins Ausland ab, Zeugen wurden ermordet, die Bevölkerung schwieg. Noch immer ist das Massengrab unentdeckt. Nach anfänglicher Suche nach Tätern und Opfern wurde das Verbrechen schnell "aktiv vergessen". Elfriede Jelinek setzt mit ihrem Stück Rechnitz (Der Würgeengel) dem kollektiven Verschweigen und Verdrängen einen sprachgewaltigen und eindringlichen Text entgegen.

"Diese falsche und verlogene Unschuldigkeit Österreichs ist wirklich immer mein Thema gewesen, eigentlich in allen meinen Sachen. Ja, ich würde sagen, das ist mein Angelpunkt."

Regie
Anna Bergmann

Bühnenbild
Katharina Faltner

Kostüme
Lane Schäfer

Musik
Moritz Nahold

Mitarbeit
Heiko Schnurpel

Choreografie
Simon Eichenberger

Video
Sebastian Pircher

Dramaturgie
Barbara Nowotny

Dramaturgie Assistenz
Leonie Seibold

Licht
Manfred Grohs

Mit
Sona MacDonald
Michaela Klamminger
Elfriede Schüsseleder
Götz Schulte
Oliver Rosskopf
Robert Joseph Bartl
Tamim Fattal
Dominic Oley