Turrini versteht es, Dinge auf den Punkt zu bringen und auch so etwas wie Rührung zuzulassen, was er dieses Mal besonders der Cervik, der er das Stück gewidmet, also irgendwie auf den Leib geschrieben hat, zu verdanken hat. Ein gelungener Abend mit einer lachenden, höhnenden, flehenden, schmeichelnden, und, ja, auch bitteren Sandra Cervik.
(FAZ)
Sandra Cervik bestreitet allein und furios die Uraufführung von "Sieben Sekunden Ewigkeit". Das Stück bietet ein schematisches Bild von Hollywood-Stars, gallige Satire, Zeitgeschichte und etwas ergreifende Poesie.
(Die Presse)
Stephanie Mohrs präzise Regie balanciert das Derbe, die Tragik und die Poesie von Peter Turrinis Text fein aus. Sandra Cervik mit einer fulminanten und beklemmenden schauspielerischen Leistung. Sie ist bei der One-Woman-Performance gefangen in der Kälte der Einsamkeit, erbärmlich, alt, sterbend. Sie ist großartig als abgetakelte Sexbombe. Auf der mit Schaufensterpuppen dekorierten Bühne wird ihr, die sich als Kind gern fortgeträumt hat, die schiefe Ebene mit rotem Teppich zum Boulevard of broken dreams.
(KURIER).
Sandra Cervik verausgabt sich in diesem eineinhalbstündigen Monolog, eine ausgezeichnete Leistung. Sie scheut weder den unansehnlichen Fat Suit der aufgequollenen alten Dame, macht den zunehmenden geistigen Verfall ebenso spürbar wie eine Art tiefer Verzweiflung über ein blindwütig gelebtes Leben. Berührende Momente, für die Sandra Cervik den richtigen Ton ohne jedes Pathos findet. Es findet sich Schmerzhaftes im Monolog ebenso wie sehr heitere Betrachtungen dieser Frau, die sich von Männern zwar aushalten, nie aber festhalten ließ. Eine schöne Theaterfigur, die Turrini da glückte.
(Salzburger Nachrichten)
Sandra Cervik stülpt sich in einem beachtlichen Solo und in wechselvollen Choreografien die Kostüme des Lamarr-Lebens über einen gepolsterten Nacktsuit – von der großen Robe bis zum rosaroten Hollywood-Senioren-Pyjama. Sie vermag in diesem als Bekenntnisgespräch mit einem Polizisten gebauten Stück einiges von jener Verve zu entfachen, von der die Lamarr vermutlich beseelt war: Schalk, Glanz, Kraft, Tristesse.
(Der Standard).
Sandra Cervik agiert unter totaler Zurücknahme der eigenen Person ohne Eitelkeit . Mit zurückhaltender Selbstentäußerung zeigt sie mit Mut zur Entstellung den gealterten Star, der möglicherweise gar keiner war, sondern eher eine Frau, die ein gutes Leben gefordert hat. Und als diese in Hollywood eine gequälte Mexikanerin darstellen soll und sie der Produzent fragt: "Wo bleibt der Schmerz", ahnt man zu verstehen, was die leibhaftige Lamarr erlebt haben muss, das sie gegen jedweden Schmerz gewappnet hat. Und das zeigt, was für ein großer Menschenversteher Peter Turrini ist.
(NEWS)
Peter Turrini nähert sich in seiner jüngsten Arbeit dem Phänomen Hedy Lamarr. Lange schon ist der Dichter von dieser Frau fasziniert, die sich bei ihm selbst als die schönste und gleichzeitig klügste der Welt bezeichnen darf. Sein Stück bewegt sich eng entlang der Biografie der Hollywoodschauspielerin und Erfinderin, und ist gleichzeitig weitergreifend eine Folie, auf der er Zeitgeschichte und Themen zur Zeit spiegelt.
Turrini hat der fulminanten Sandra Cervik den Text auf den Leib geschneidert und sie spielt ihn mit vollem Körpereinsatz; mit Perückenunterziehhaube und im Fatsuit macht sie aus dem Monolog den wütenden Verzweiflungsschrei einer derangierten, einer ausrangierten Diva.
Das erprobte Team Mohr-Cervik zeigt sich mit dieser Aufführung erneut von seiner besten Seite. Stephanie Mohr hat Sandra Cervik sehr präzise und prägnant in Szene gesetzt; es ist stets die Stärke der Regisseurin ihre Schauspieler schillern zu lassen – und so tut’s die Cervik auch diesmal. Am Ende gab’s viel Applaus für alle Beteiligten und einen glücklich gerührten Peter Turrini.
(Mottingers Meinung)
In "Sieben Sekunden Ewigkeit" lässt Peter Turrini Sandra Cervik die fiktionalisierte Geschichte von Hedy Lamarr durchleben, die auf ihr Leben als einstige "schönste Frau der Welt" zurückblickt. Stephanie Mohr fand dafür die richtigen Bilder. Ihre zurückhaltende Regie bringt die Tragik, die dem Text inne wohnt, voll zur Geltung. Hier ist ein außergewöhnlicher Theaterabend entstanden.
(APA)
Peter Turrinis Hommage an Hedy Lamarr ist eine artistische Mischung aus Stationen- und Psychodrama, an Sprachmusik reichem Herzkammerspiel, Tragikomödie über den Traum von der ewigen Jugend und Schönheit. Sandra Cervik meistert die Herausforderung des 90-minütigen Monologs durch ihre enorme Wandlungsfähigkeit, durch ihren permanenten Wechsel zwischen Tragik und Ironie grandios. Ein vielschichtiges Glanzstück!
(Kleine Zeitung)
Mit der Uraufführung von "Sieben Sekunden Ewigkeit" unter stürmischen Publikumsjubel aus der Taufe gehoben, setzt Peter Turrini Lamarr in seiner aus "Vorerfindungen in Erfindungen" umgestalteten Bühnen.Biografie ein Denkmal. In Spielfilmlänge und pausenlos entrollt sich da, getragen von Witz, Zynismus, Verzweiflung und unbändigem Überlebenswillen, der Weg vom (zu) jungen Ehe-Schmuckstück eines österreichischen Waffenproduzenten über die Hollywood-Stilikone zur abgehalfterten Diva, der das Altern nicht verziehen wird. Regisseurin Stephanie Mohr verzichtet auf Effekte, sie lässt allen Raum der Schauspielerin und kann auf Sandra Cervik sichtlich vertrauen. Uneitel und hochkonzentriert zeigt diese die unzähligen Gesichter der über die reale Person Hedy Lamarr hinausragenden Bühnenfigur. Ihr verdankt sich damit ein sentimentaler, sehenswerter Theaterabend.
(Tiroler Tageszeitung)