Es ist hinreißend, "Edek" Otto zuzusehen, wie er spitzbubenhaft seinen Willen durchsetzt und bei jeder Etappe seines neuen Lebens versucht, die übernervöse und besorgte Tochter möglichst lange im Ungewissen zu lassen, ohne sie direkt zu belügen. Lauter vage Andeutungen, ständig schlenkernde Gesten, die alles und nichts bedeuten. Schenk ist ganz in seinem Element. Und als seine dralle polnische Liebe Zofia (eine wirkliche Wucht: Grazyna Dylag) ihn in jeder Hinsicht glücklich macht, wird Ruth noch nervöser.
(APA)
Amüsante Premiere. Otto Schenk brilliert als köstlich jiddelnder Edek.
(Österreich)
Große Unterhaltung.
(Falter)
(...)Otto Schenk, wie immer genial komödiantisch und wiederisch-jiddisch grantelnd, und ja, voller Chuzpe!(...)Sandra Cervik, neurotisch, hilflos aber liebevoll ihrem Vater gegenüber(...)Grazyna Dylag, perfekt in der Rolle der charmanten, reifen Sexbombe(...).
(nachtkritik.de)
Wenn das kein Hit wird! Ein wundervolles Buch, eine kluge Bühnenfassung (von Regisseur Dieter Berner) und ein Otto Schenk zum Niederknien – Lily Bretts Roman "Chuzpe" wird in den Wiener Kammerspielen zu einem bewegenden, hinreißend komischen Plädoyer für Mut und Lebensfreude. Vor allem dank des grandiosen Otto Schenk, der diesen Edek mit so viel Kraft, Gespür, Sentiment und einer fast zärtlich-abgeklärten Altersweisheit spielt, dass man aus dem Staunen kaum herauskommt. Schenk gibt diesen so gar nicht meschuggenen Edek mit hinreißender Grandezza und Bravour. An seiner Seite: Die großartige Sandra Cervik in der vielleicht schönsten Rolle ihrer Karriere als extrem authentische, in all ihren Zwängen gefangene Ruth. Dieses Doppel überzeugt. Traumhaft.
(Kurier)
Geistvolle Komödie. Das Zeug, ein Hit zu werden. Wer mit so viel Herz, so einmaliger Mimik, so viel Gespür für Pointen spielt, für den ist der Text eigentlich nebensächlich: Schenk tänzelt durch diesen Abend wie durch eine leichte Oper von Mozart. Mit Wehmut ahnt man – hier spielt ein ganz Großer schwerelos etwas ziemlich Schwieriges: Er gibt das Alter, das Ende – und trotzdem das Leben.
(Die Presse)
Köstlich ist erwartungsgemäß Otto Schenk, der Edek eine hübsche wienerische Note gibt und sich ohne Zweifel großteils selbst sehr amüsiert. Großes Vergnügen bereiten auch Dylag als Zofia und Gabriele Schuchter als Walentyna. Im munteren Zusammenspiel mit Otto Schenk sind die fröhlich-furchtlosen Polinnen tatsächlich, wie auf einem Magazincover getitelt, "The Coolest Gang of New York".
(Wiener Zeitung)