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Theater in der Josefstadt

Anton Tschechow

Onkel Wanja

Premiere
14.11.2024

Deutsch von Angela Schanelec
Nach einer Übersetzung von Arina Nestieva

Wenn man kein wirkliches Leben hat, dann nimmt man eben die Illusion.

“Man muss ein Werk schaffen!" Müßiggang als Grundübel – in Onkel Wanja treffen gescheiterte Existenzen aufeinander, die zwar zur Selbstreflexion fähig sind, sich aber dennoch nur in ihrer Ausweglosigkeit gefangen sehen: Wanja muss erkennen, dass er sein Leben einem falschen Ideal geopfert hat. Der vermeintlich geniale Professor, der Mann seiner verstorbenen Schwester, deren Gut er gemeinsam mit seiner Nichte Sonja seit Jahren bewirtschaftet, offenbart sich als bedeutungsloser Theoretiker. Elena, die junge Frau des Professors, weiß längst, dass ihre Liebe nicht von Bestand war. Sonja leidet unter ihren unerwiderten Gefühlen für Astrow; der wiederum ist unglücklich in Elena verliebt. Zudem fordert er ein Umdenken der Gesellschaft, versteckt sich aber hinter seinen Ansichten. Inmitten dieser resignativen Stimmung verkündet der Professor, dass das Gut verkauft werden soll – Wanja reagiert mit Vehemenz.

Aber gerade eben in dieser Stimmung der Desillusion und Resignation erkennt Tschechow komisches Potenzial und entspinnt wunderbare, absurd-lächerliche Situationen. Dabei zeigt uns der Meister der Darstellung des menschlichen Seelenzustands Figuren, die das Wesentliche hinter vordergründig Gesagtem und Trivialem verbergen. Tschechows Arzt Astrow, der energisch das Abholzen der Wälder problematisiert, ist zudem einer der ersten Vertreter des ökologischen Gedankens in der Literaturgeschichte.

Regie
Amélie Niermeyer

Bühnenbild
Christian Schmidt

Kostüme
Stefanie Seitz

Musikalische Leitung
Imre Lichtenberger Bozoki

Video
Janosch Abel

Dramaturgie
Silke Ofner

Licht
Emmerich Steigberger

Serebrjakow, Alexander Wladimirowitsch, Professor a. D.
Joseph Lorenz

Helena Andrejewna, seine Gattin in zweiter Ehe, 27 Jahre alt
Alma Hasun

Sonja, seine Tochter aus erster Ehe
Johanna Mahaffy

Wojnizki, Iwan Petrowitsch, ihr Sohn
Raphael von Bargen

Astrow, Michail Lwowitsch, Arzt
Alexander Absenger

Teljegin, Ilja Iljitsch, verarmter Gutsbesitzer
Thomas Frank

Marina, eine alte Kinderfrau
Marianne Nentwich