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Letzte Runde (Last Call)
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Kammerspiele der Josefstadt

Letzte Runde (Last Call)

Bernstein und Karajan im Hotel Sacher
Österreichische Erstaufführung

von Peter Danish

ca. 1 Stunde, 30 Minuten, keine Pause

Premiere:
15.10.2026


Besetzung

Herbert von Karajan
Michael Dangl
Leonard Bernstein
Günter Franzmeier
Michael
Alexander Strömer

Stab

Inszenierung
Guy Ben-Aharon
Bühnenbild
Cristina Todesco
Kostüme
Charles Schoonmaker
Musikalische Leitung
Tony Meola
Dramaturgie
Markus Edelmann
Licht
Sebastian Schubert
Musikalische Assistenz
Marc Ewald

Original New York production produced by Apiro Entertainment Frank Blase
at New World Stages, NYC, March 2025.
Associate producer: Gil Mehmert, Michael Staringer
Directed by Gil Mehmert.

Deutsch von Gil Mehmert

Ein halbes Jahrhundert lang zählten Leonard Bernstein und Herbert von Karajan zu den berühmtesten Persönlichkeiten in der Welt der klassischen Musik und waren gleichzeitig die heftigsten Rivalen.

1988 kreuzten sich in der Blauen Bar im Wiener Hotel Sacher die Wege von Bernstein und Karajan. Wie die Begegnung der beiden ablief, bleibt bis heute eine faszinierende Spekulation. Inspiriert von dieser wahren Begebenheit schrieb der amerikanische Autor Peter Danish mit „Letzte Runde“ („Last Call“) ein Theaterstück, das 2025 mit großem Erfolg am Off-Broadway in New York City uraufgeführt wurde.

Das Publikum wird Zeug*in einer finalen Aussprache, in der permanente Konkurrenz, genauso aber auch gegenseitige Bewunderung Ausdruck finden. Auch am Ende ihres Lebens zeigen sich Bernstein und Karajan keineswegs konfliktscheu oder milde – im Gegenteil: Mit schonungsloser Offenheit werden privateste Fragen gestellt und Diskussionen über politische Verantwortung geführt. Es kommt Karajans Nähe zu den Nationalsozialisten genauso wie Bernsteins hedonistischer Lebensstil zur Sprache. Aber immer wieder geht es um ihre große gemeinsame Liebe: die Musik. Inszeniert wird dieses Gipfeltreffen zweier legendärer Persönlichkeiten vom israelisch-amerikanischen Regisseur Guy Ben-Aharon, der sich erstmals dem Wiener Publikum vorstellt und mit „Letzte Runde“ eine ebenso heiter-musikalische wie auch nachdenkliche Geschichte über Grenzen und Größe der beiden Musiker erzählt.

In Kooperation mit dem Haus der Musik:
Wollen Sie einmal wie Bernstein oder Karajan dirigieren?
Das Haus der Musik bietet unseren Besucher:innen bei Vorzeigen der Eintrittskarte einen ermäßigten Eintritt von € 15,- statt € 19,- an.

Reaktionen

Die Kammerspiele der Josefstadt haben zu ihrer langjährigen Bestimmung zurückgefunden. "Letzte Runde" von Peter Danish, 2025 mit großem Erfolg am Off-Broadway uraufgeführt, hat sich am Donnerstag bei der Österreichischen Erstaufführung durch Guy Ben-Aharon als eines jener Edelboulevardstücke entpuppt, für die die Bühne lange bekannt war. Eine Konfrontation von Leonard Bernstein und Herbert von Karajan in der Blauen Bar im Hotel Sacher gehört an diesen Ort, keine Frage.
(APA)

Ein Stück braucht eben eine Konstellation, und der folgt der israelisch-amerikanische Regisseur Guy Ben-Aharon tadellos: Pointengenau bedient von Alexander Strömers Barkeeper, erzielen Michael Dangls Karajan und Günter Franzmeiers Bernstein mit präzise überzeichnenden Virtuosenstücken größtmögliche Annäherung an die gigantischen Originale.
(Kronen Zeitung)

Man wirft sich Nettigkeiten an den Kopf: Dass der jeweils andere die Musik zu Tode schmirgle (Bernstein über Karajan), „als würdest du ein Auto polieren“. Umgekehrt räumt Karajan irgendwann ein, sich für sein Verhalten im Dritten Reich – eisernes Mitläufertum – aufrichtig zu schämen. Vom Kellner abgesehen, ist noch ein unsichtbarer Vierter im Raum (Ausstattung: Christina Todesco) mit den blasenleidenden Vital-Greisen, der Tod. Doch bevor es so weit ist – Karajan starb 1989, Bernstein im Jahr danach –, spielt der Herr von und zu auf dem Yamaha-Flügel echten Bernstein: „Someday, Somewhere“. Mit diesem prächtigen Importstück, das im 2025 uraufgeführten Original Last Call heißt, ist den Komödiensachwaltern von Neo-Direktorin Marie Rötzer ein erster Coup geglückt.
(Der Standard)

Michael Dangl macht sich gut als HvK. Von hinten, mit etwas Schlaglicht (das Karajan so liebte), dem unvermeidlichen zweiten Pullover über den Schultern, mit dem Griff ins gepflegte Haar und der Körperspannung kommt er dem Original verdammt nahe. Vielleicht ist die Aussprache etwas zu zackig. Günter Franzmeier agiert mit einem ähnlich knappen Arsenal an vier, fünf Gesten, die für Bernstein typisch waren. Da diese aber überlebensgroß wirken und die von Karajan/Dangl reduziert, ermüden sie schnell. Der seltsam norddeutsche Akzent, den der Oberösterreicher Franzmeier Lenny gibt, passt auch nicht ganz. Kellner Michael (Alexander Strömer) sorgt für eine gute Dosis Wiener Humor, ohne dass es zum Klamauk wird. Das Ende ist so kitschig wie Bernsteins Mahler – was aber den 90 Minuten guter Unterhaltung nicht abträglich ist.
(Die Presse)

Arglos zu Beginn, entwickelt der neunzigminutige Abend eine überzeugende Dynamik. Musikgeschichte (mehr oder weniger bekannter Fakten) und persönliche Entwicklungen (so nicht belegt) werden hier in einen klugen und unterhaltsamen Abend gepackt, der gut in die Kammerspiele passt. Das Setting: eine plüschige Bar, die dem Vorbild nahekommt (Bühne: Cristina Todesco). Bernstein, bereits recht zerzaust, wird von Günter Franzmeier als zappeliges Genie dargestellt, in der einen Hand eine Zigarette, in der anderen ein Glas Ballantine's. Karajan hingegen, von Michael Dangl großartig entschlossen, gefasst und zugleich menschelnd gezeichnet, trinkt Tee und bereitet sich auf Brahms' 1. Symphonie vor, die er ja erst 161 Mal dirigiert hat.
(KURIER)

“Die Vorstellung war großartig. Die schauspielerische Leistung der Darsteller war derart überragend, dass ich den Eindruck hatte Karajan und Bernstein in Persona zu sehen. Es war erkennbar, dass der Autor des Stücks sich intensiv mit den beiden Charakteren auseinandergesetzt hat, um deren Persönlichkeit  derart darzustellen. Gerne würde ich es in Betracht ziehen das Stück nochmals anzuschauen. Vielen Dank für die gute Zeit und liebe Grüße”

"Der Abend mit den beiden herrausragenden Schauspielern war reiner Theatergenuss. Es hat alles gestimmt, Drehbuch,  Regie und Bühnenbild, und Ober Michael war in seiner kleinen aber feinen Rolle ebenso gut. So soll Theater sein, wenn man vergisst etwas viktifes zu sehen."

“Genauso geht Theater! Es war ein wundervoller Abend- mit realen grandiosen Schauspielern auf der Bühne, das Bühnenbild war treffend, ohne jegliche Firlefanz oder Leinwand mit schlecht synchronisierten Schauspielerköpfen- so wie beim letzten Mal in der Komödie der Verführung, bei der vom Schnitzler fast nichts mehr übrig geblieben ist! Diesmal hingegen ist man dem Autor treu geblieben und die beiden großartigen Schauspieler Dangl und Franzmeier haben die beiden tollen Musiker wunderbar gelebt! So soll es sein! Hoffentlich werden wir bei Romeo und Julia nicht wieder enttäuscht- unsere Gruppe sieht diese Saison als Test, ob wir die Abos behalten oder zurücklegen.”

"Spannendes wie auch berührendes Schauspieler-Theater, keine Minute langweilig und glaubhaft in Szene gesetzt! Hier stimmt einfach alles, vor allem die phänomenalen Darsteller, die einem glauben machten, Karajan und Bernstein stünden tatsächlich leibhaftig vor uns, ebenso das geschmackvolle Ambiente der Blauen Bar im ""Hotel Sacher"", die absolut stimmigen sowie authentischen Kostüme (Rollkragenpullover mit umgehängter Jacke und Taschenpartitur, rotes Sakko mit gleichfarbigem Schal, Whiskeyglas samt Zigarette), ja selbst die Frisuren entsprechen ganz der Realität, die sanft eingespielte Musik (kein lautes Plärren in ein Mikro), die dezenten Auftritte des Barkeepers und zuletzt ein bekannter Song aus der ""Westsidestory"" gemeinsam im Original gesungen und am Klavier begleitet, vervollständigen diesen beeindruckenden Theaterabend!
Die thematische Schere zwischen kraftvollen politischen Statements (Jude versus angeblichen Nazi) sowie emotionalen künstlerischen Divergenzen war einfach grandios! Ich habe das weltberühmte Trio Bernstein, Böhm, Karajan in meiner Studentenzeit der Siebzigerjahre noch oft in Konzert und Oper live erlebt und trage daher diese Bilder bis heute deutlich in meiner Erinnerung, sowohl im Kopf als auch in meinem Herzen. Ich wüsste also wirklich nicht, was ich an dieser tollen Produktion auszusetzen hätte! Danke für einen denkwürdigen Theaterabend, der noch viele Zuschauer beglücken wird! Bitte weiter so!"


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