Herbert Föttinger und Robert Meyer brillieren um die Wette. Regisseur Stephan Müller lässt sie agieren. Die Bühne (Sophie Lux, Sarah Smets-Bouloc), eine abgetakelte Suite, mit Lampen überladen, Küche hinter dem Vorhang und der Green-Room eines Fernsehstudios, wirken wie im Film. Die Pointen zünden, das Publikum geht mit. Man lacht und kämpft zugleich mit den Tränen, wenn dieses Duo seine alten Tage wieder aufleben lässt und den Doktorwitz spielt.
Meyer ist Meyer als grantelnder Willie Clark. Föttinger ist Föttinger als famos wütender Al Lewis. Präzise ist jede Geste, jedes Wort gesetzt. Sie lassen die Beklemmung spüren, die zwei ehemalige Bühnenpartner empfinden, die sich vor mehr als zehn Jahren unversöhnlich entzweit haben. Nach der Pause sind sie nicht mehr zu halten, ein fulminantes Feuerwerk an Emotionen, wenn Lewis seinen Clark besucht, der einen Herzinfarkt überstanden hat. Mit Frank Sinatras „My Way“ singen sie sich bewegend ihrer gemeinsamen Zukunft im Heim für pensionierte Schauspieler entgegen. Dominic Oley nimmt als rühriger Neffe und Agent ein, Larissa Fuchs zeigt authentisch mit einer Art slawischem Akzent eine Krankenpflegerin.
(KURIER)
Der Regisseur Stephan Müller ist spezialisiert auf die uneitle, ganz der Sache verpflichtete Umsetzung großer Texte. Man folgt beeindruckt zwei entfesselten Tragikomikern, wie man sie auf Wiener Bühnen kaum noch zu sehen bekommt. Ein Triumph in der Höchstliga.
(Kronen Zeitung)
Meyer und Föttinger sind hervorragende Schauspieler. Das haben sie erneut bei „Sonny Boys“ in Stephan Müllers raffiniert schlichter Inszenierung bewiesen. Sie reißen das Publikum mit. Neil Simons 1972 am Broadway uraufgeführte Boulevard-Posse wird von ihnen souverän und leicht wienerisch gespielt. Mühelos wirkt ihr Agieren. Meyer reüssiert als Grantler, dessen Spiel an seine beste Zeit am Burgtheater erinnert, als ideale Personifikation von Charakterköpfen in Stücken von Nestroy. Föttinger versprüht die Melancholie verblassenden Glanzes.
(Die Presse)
Regisseur Stephan Müller führt den Ex-Volksopern- und den Noch-Josefstadt-Direktor routiniert durch Neil Simons vorhersehbares Schmunzelstück „Sonny Boys“, das hauptsächlich in Willys liebevoll zugemüllter Messie-Hotelsuite angesiedelt ist. Dabei erweist sich Meyer einmal mehr als begnadeter Pointenschleuderer, während Föttinger es mit eleganter Zurückhaltung probiert. Simons Stück aus 1972 ist ein programmierter Altherrenhit.
(Falter)