Premieren

Theater in der Josefstadt

Komödie der Verführung

von Arthur Schnitzler

Premiere


Besetzung

Seraphine
Lili Winderlich
Judith
Johanna Mahaffy
Aurelie
Silvia Meisterle
Fürstin
Ulli Maier
Elisabeth
Michaela Klamminger
Julia
Susa Meyer
Ambros
Martin Niedermair
Max
Nils Arztmann
Braunigl
Roman Schmelzer
Falkenir
Joseph Lorenz
Hoteldirektor
Robert Joseph Bartl
Arduin
Johannes Zirner
Westerhaus
Matthias Luckey

Stab

Buch und Regie
Ildikó Gáspár
Bühnenbild
Lili Isák
Kostüme
Lucas Sabados
Komposition
Tamás Matkó
Choreographie
Emese Cuhorka
Video
András Juhász
Dramaturgie
Franziska Trinkaus
Licht
Pepe Starman
Live-Musik
Flora Lili Matisz
Live-Video
Christoph Kostomiris

Wien, Sommer 1914. Europa steht am Rande des Abgrunds, doch unverdrossen trifft sich die höhere Gesellschaft zum Feiern. Der Prinz von Perosa lädt zum Maskenball. In dessen Zentrum tanzen drei selbst - bewusste Frauen: Die heiß umworbene Gräfin Aurelie beginnt just mit dem verwegenen Max von Reisenberg ein Verhältnis, das von vornherein unter keinem guten Stern steht. Denn dieser umwirbt auch die schöne Sängerin Judith, die wiederum in den Mann ihrer Schwester verliebt ist. Trotzdem lässt sich Judith auf Max ein, stellt aber klare Bedingungen  – eine Liebesnacht, nicht mehr. Auch Seraphine, eine aufstrebende Violinistin, hat eine Romanze mit Max. Aber als sie ein Kind von ihm erwartet, entschließt sie sich, dieses Kind allein großzuziehen und weist ihn zurück.

Die titelgebende Verführung ist jedoch mehr als ein erotisch-flüchtiges Spiel. Es geht um Freiheit und Verantwortung, um Täuschung und Selbsttäuschung und um die Frage, welche Konsequenzen man zu tragen bereit ist. Was als vermeintlich leichtes Spiel beginnt, in dem die Figuren ihr Leben selbst als Märchen inszenieren, offenbart sich im Angesicht des herannahenden Krieges als ein Tanz auf dem Vulkan.

In der Inszenierung der ungarischen Regisseurin Ildikó Gáspár werden musikalische Partien aus dem Operettenrepertoire eine besondere Rolle spielen. Sie ergründet die eskapistische Operettenseligkeit einer Gesellschaft, unter deren glitzernder Oberfläche die Risse einer ganzen Epoche hervortreten, einer Gesellschaft kurz vor ihrem moralischen und historischen Zusammenbruch. Schnitzlers selten gespieltes Stück, in dem Lebenshunger und Überdruss, Humor und Verzweiflung nebeneinanderstehen, zeichnet ein Bild, das erschreckend heutig scheint.