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Kammerspiele der Josefstadt

Ferdinand von Schirach

Gott

Premiere
07.04.2022

Biegler: Warum willst du nicht ganz normal sterben, wie jeder andere auch?

Gärtner: Ich sagte schon, das Leben bedeutet mir nichts. Nichts mehr. Und ich will nicht irgendwann ins Krankenhaus, ich will nicht an Schläuchen hängen, ich will nicht aus dem Mund sabbern, und ich will nicht dement werden. Ich will als ordentlicher Menschen sterben, so, wie ich gelebt habe.


Das Recht auf ein selbstbestimmtes Leben bringt immer auch die Frage nach dem Recht auf einen selbstbestimmten Tod mit sich. Nach langen Debatten ist es laut einem Erkenntnis des Verfassungsgerichtshofes in Wien vom Dezember 2020 verfassungswidrig, jede Art der Hilfe zur Selbsttötung ausnahmslos zu verbieten. Bis 2022 hat die österreichische Regierung Zeit, Sterbehilfe gesetzlich zu regeln.

Bis dahin müssen Fragen erörtert werden, wie: Was ist ein Menschenleben in unserer Gesellschaft wert? Mit welchem Maß an Selbst- und Fremdbestimmung wird ein Individuum konfrontiert? Welche Rechte und Pflichten bringt es mit sich, in dieses Leben geworfen zu sein?

Ferdinand von Schirach legt nach seinem Erfolgsstück Terror mit Gott ein neues Verhandlungsdrama vor. Die Frage nach absoluter Autonomie des Menschen wird aus ethischer, politischer und religiöser Sicht beleuchtet, und am Ende ist es am Publikum, mittels Abstimmung eine Entscheidung über den Ausgang der Verhandlung zu treffen.

Regie
Julian Pölsler

Bühnenbild
Walter Vogelweider

Kostüme
Birgit Hutter

Dramaturgie
Leonie Seibold

Licht
Sebastian Schubert

Vorsitzender des Ethikrats
Paul Matić

Richard Gärtner
Johannes Seilern

Brandt, Augenarzt
Martin Niedermair

Biegler, Rechtsanwalt
Raphael von Bargen

Keller, Mitglied des Ethikrats
André Pohl

Litten, Rechtssachverständiger
Oliver Rosskopf

Sperling, medizinischer Sachverständiger
Marcus Bluhm

Thiel, theologischer Sachverständiger
Michael Schönborn