Theater in der Josefstadt

Glaube und Heimat

von Karl Schönherr

ca. 2 Stunden, 20 Minuten (Pause nach ca. 80 Minuten)

Premiere:
14.02.2019


Besetzung

Christoph Rott, ein Bauer
Raphael von Bargen
Peter Rott, Christophs Bruder
Gerhard Kasal
Alt-Rott, Christophs Vater
Michael König
Rottin, Christophs Weib
Silvia Meisterle
Der Spatz, Christophs Sohn
Swintha Gersthofer
Die Mutter der Rottin
Elfriede Schüsseleder
Sandperger zu Leithen
Roman Schmelzer
Sandpergerin
Alexandra Krismer
Unteregger
Igor Karbus
Englbauer von der Au
Nikolaus Barton
Ein Reiter des Kaisers
Claudius von Stolzmann
Gerichtsschreiber
Lukas Spisser
Bader
Oliver Huether
Schuster
Michael Schönborn
Kesselflick-Wolf
Ljubiša Lupo Grujčić
Straßentrapperl
Susanna Wiegand
Ein Soldat
Jörg Reifmesser
Trommler
Kyrre Kvam

Stab

Regie
Stephanie Mohr
Bühnenbild
Miriam Busch
Kostüme
Alfred Mayerhofer
Musik
Kyrre Kvam
Dramaturgie
Matthias Asboth
Licht
Manfred Grohs
Regieassistenz
Julia Pacher
Trailer
GLAUBE UND HEIMAT
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So lang ich mein Inwendig sauber han, tuet mich kein Reiter brechen und biegen!
Rott

Ein Riss zieht sich durch die Nation: Auf Geheiß des Kaisers müssen alle Protestanten das Reich verlassen – es sei denn, sie schwören dem lutherischen "Irrglauben" ab. Für Christoph Rott und seine Familie beginnt ein Kampf der Seele zwischen Rationalität und Überzeugung: Vorgeblich katholisch, ist es der gewaltsame Tod der protestantischen Nachbarin, der Rott dazu veranlasst, sich zum Protestantismus zu bekennen. Die Konsequenzen auf sich nehmend, macht sich die Familie bereit, die Heimat zu verlassen. Doch die Befehle des Kaisers sind streng und so sieht sich Rott erneut vor eine unmögliche Entscheidung gestellt...

Schönherrs Stück, uraufgeführt 1910, wurde von der Vertreibung der Zillertaler Protestanten im Jahr 1837 angeregt. Durch die Verlegung der Handlung in die Zeit der Gegenreformation zeigt Schönherr anhand des Glaubenskonfliktes exemplarisch, wie "anders" und "falsch" zu Synonymen werden, wenn eine Überzeugung zur Verblendung wird.

"Glaube" und "Heimat" sind zwei das Leben bestimmende Begriffe, die von Natur aus keine Gegensätze bilden. Erst eine bestimmte Konstellation macht sie dazu. Das heißt, um beide Begriffe als Gegensatz anzusehen, lokalisiert Schönherr das Stück in einer ganz bestimmten Zeit und Situation: in einer Zeit, in der Menschen um des Glaubens willen die Heimat aufgeben müssen oder umgekehrt.
Claus Gillmann