Stück auswählen:
Theater in der Josefstadt

Susanne Wolf nach Arthur Schnitzler

Der Weg ins Freie

Uraufführung

ca. 2 Stunden, 50 Minuten (Pause nach ca. 95 Minuten)

Bühnenfassung von Susanne Felicitas Wolf

Premiere
02.09.2021

Sie haben wohl recht, dass in meinem Buch zwei Romane enthalten sind, und dass künstlerisch genommen, der Zusammenhang kein absolut notweniger sein mag. Mir war das Verhältnis Georgs zu seiner Geliebten immer geradeso wichtig wie seine Beziehung zu den verschiedentlichen Juden des Romans – ich habe eben ein Lebensjahr des Freiherrn von Wergenthin geschildert, in dem er über allerlei Menschen und Probleme und über sich selbst ins Klare kommt. Und es kam mir ja schließlich nicht darauf an, irgendwas nachzuweisen: weder dass Christ und Jude sich nicht vertragen – oder dass sie sich doch vertragen können – sondern ich wollte, ohne Tendenz, Menschen und Beziehungen darstellen die ich gesehen habe.
Arthur Schnitzler an Georg Brandes, 1908

"Vordergründig betrachtet erzählt Arthur Schnitzler in seinem mit vielen autobiografischen Bezügen versehenen Gesellschafts-Roman Der Weg ins Freie eine von Tragik und Egozentrik überlagerte Künstler-Liebesgeschichte. Er verwebt sie in die Wiener Zeitläufe Ende des 19. Jahrhunderts und schafft so eine Art Parabel über Spannungsfelder menschlicher Beziehungen in einem gesellschaftlichen Umfeld, in dem Humanität und Empathie verloren gehen, Antisemitismus, Nationalismus, Rassismus aufbranden und ein relevantes Agieren vonnöten wäre.

Vor der Folie der Jetztzeit besitzt dieser Stoff verblüffende Aktualität: Spinnwebfäden wehen aus der Vergangenheit hinüber und legen Wurzeln rechtsgewandter Gesinnung von heute frei. Angereichert mit persönlichen Notizen Arthur Schnitzlers und originalen politischen Zeitstimmen entsteht ein Gesellschafts-Psychogramm, ein Spiel verirrter Seelen, eine Paraphrase über Liebe, Verantwortlichkeit, Künstlertum und Lebensverankerungen, ein wienerischer Tanz der Einsamkeit auf dem Vulkan zunehmender politischer Radikalisierung."
Susanne Felicitas Wolf

Regie
Janusz Kica

Bühnenbild
Karin Fritz

Kostüme
Eva Dessecker

Musik
Matthias Jakisic

Dramaturgie
Matthias Asboth

Licht
Manfred Grohs

Georg von Wergenthin, Komponist
Alexander Absenger

Heinrich Bermann, ein Dichter
Raphael von Bargen

Anna Rosner, Klavierlehrerin
Alma Hasun

Else Ehrenberg, eine Salondame
Michaela Klamminger

Leonie Ehrenberg, ihre Mutter
Elfriede Schüsseleder

Salomon Ehrenberg, ihr Vater, Patronenfabrikant
Siegfried Walther

Therese Golowski, Sozialistin
Katharina Klar

Leo Golowski, ihr Bruder, Mathematiker, Pianist, Zionist
Julian Valerio Rehrl

Doktor Stauber sen., Hausarzt und Freund der Ehrenbergs und Rosners
Joseph Lorenz

Berthold, sein Sohn, Politiker und Arzt
Oliver Rosskopf

Demeter Stanzides, Oberleutnant und Jockey
Tobias Reinthaller

Josef Rosner, Annas Bruder, angehender Redakteur
Jakob Elsenwenger

Ernst Jalaudek, Papierhändler und Politiker
Michael Schönborn