Michael Degen

Michael Degen

Biografie

Verfolgt wegen seiner jüdischen Herkunft, überlebte er die nationalsozialistische Gewaltherrschaft in Berlin unter falscher Identität und bei Freunden versteckt. Sein Vater wurde deportiert und starb an den Folgen der erlittenen Folter.

Bereits 1946 begann Michael Degen eine Schauspielausbildung am Deutschen Theater im damaligen sowjetischen Sektor Berlins. Dort erhielt er auch sein erstes Engagement. 1949 emigrierte er in den jungen Staat Israel. Er erlernte Neuhebräisch und spielte an den Kammerspielen in Tel Aviv.

Nach seiner Rückkehr nach Berlin trat er in das Ensemble von Bertolt Brecht am Deutschen Theater ein. In den nächsten Jahrzehnten folgten zahlreiche Engagements in Köln, Frankfurt am Main, Berlin, München, Salzburg, Hamburg und Wien. Im Laufe seiner Theater- und Filmlaufbahn arbeitete er u.a. mit Peter Zadek, Ingmar Bergman, Claude Chabrol, Rudolf Noelte und George Tabori zusammen.

Dem Fernsehpublikum wurde Michael Degen durch seine Rolle im Mehrteiler nach Thomas Mann "Die Buddenbrooks" bekannt. In den 1980-er Jahren folgten Fernsehfilme wie Dieter Wedels "Mittags auf dem roten Platz", Peter Beauvais’ "Die ewigen Gefühle" und Michael Kehlmanns "Geheime Reichssache".

Seit 1986 meidet Degen politische Stellungnahmen in der Öffentlichkeit, da er nach einem Protest gegen ein Treffen der "Leibstandarte Adolf Hitler" rechtsradikale Morddrohungen erhielt und seine Wohnung in Hamburg verwüstet wurde.

Für viele Fernsehzuschauer blieb er am nachhaltigsten durch eine der populärsten Serien der späten 1980-er Jahre an der Seite von Witta Pohl und Günter Strack in Erinnerung: "Diese Drombuschs". Außerdem ist er in der ARD-Krimiserie Donna Leon in der Rolle des eitlen Vice-Questore Patta sehr präsent.

Seit einigen Jahren tritt Michael Degen auch als Schriftsteller in Erscheinung. 2003 erhielt er für seine Memoiren den Berliner Bären (BZ-Kulturpreis). Degens Autobiografie "Nicht alle waren Mörder" (2002) wurde 2006 für die ARD verfilmt und erhielt den Grimme-Preis. 

Im Theater in der Josefstadt war er 2010/11 in "Heldenplatz" zu sehen und war 2013/14 mit der Lesung "Mir fällt zu Hitler nichts ein" auf der Probebühne im Theater in der Josefstadt.