Gertraud Jesserer

Kammerschauspielerin

Gertraud Jesserer

Biografie

Gertraud Jesserer wurde in Wien geboren, ihre erste kleine Filmrolle spielte sie bereits mit 15 Jahren neben Romy Schneider. Im Alter von 16 Jahren wurde sie aus dem Wiener Max-Reinhardt-Seminar frühzeitig aufgrund von Unbegabung entlassen. Dem zum Trotz debütierte sie kurz darauf in Molnárs "Liliom" im Theater in der Josefstadt, dessen Ensemble sie bis 1969 angehörte. Nach Engagements am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg in den Jahren 1969 bis 1973 kam sie nach Wien zurück und ist seit 1974 Mitglied des Burgtheater-Ensembles. Am Burgtheater debütierte sie als Marianne in Ödön von Horvaths Stück "Geschichten aus dem Wienerwald".

Ihr Rollenrepertoire ist sehr breit gefächert, sie verkörperte unter anderem Rollen in Stücken von Schnitzler, Hofmannsthal, Horváth und Nestroy ebenso wie in Werken von Shakespeare und Schiller. In den vergangenen Jahren war sie in zahlreichen herausragenden Produktionen zu sehen, etwa in den Luc-Bondy-Inszenierungen von Horváths "Figaro lässt sich scheiden" (Festwochen-Koproduktion im Theater in der Josefstadt).

Neben ihrer intensiven Bühnenarbeit spielte Gertraud Jesserer in insgesamt mehr als 100 Fernseh- und Kinoproduktionen. Sie stand für TV-Serien wie "Derrick", "Kommissar Rex", "Stockinger" und "Julia-Eine ungewöhnliche Frau" ebenso vor der Kamera wie für zahlreiche Spielfilme. In den fast 100 Folgen der "Familie Leitner" schrieb sie als "Gerda" österreichische Fernsehgeschichte mit. Im Kino war sie in Peter Payers skurriler Produktion "Ravioli" 2003 als Mutter von Alfred Dorfer zu sehen.

1986 wurde sie mit dem Titel Kammerschauspielerin ausgezeichnet und im Jahr 1998 wurde ihr der Nestroy-Ring verliehen.

Im Theater in der Josefstadt war sie zuletzt in "Das weite Land", "Heldenplatz" und "Ein Klotz am Bein" zu sehen.